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Algenblüte färbt Antarktis grün

Forscher kartieren den „Beginn eines neuen Ökosystems“ in der Antarktis. Dort, wo einst nur Schnee und Eis war, sieht man immer mehr grüne Flächen hervorgerufen durch Algenblüte.

Nun haben Wissenschaftler die erste großmaßstäbliche Karte der mikroskopisch kleinen Algen auf der antarktischen Halbinsel erstellt. Sie blühen auf der Oberfläche des schmelzenden Schnees, färben die Oberfläche grün und schaffen möglicherweise eine Nahrungsquelle für andere Arten.

Globale Erwärmung produziert mehr Algen

Das britische Team, das hinter der Forschung steht, geht davon aus, dass diese Blüten in Zukunft ihr Verbreitungsgebiet erweitern werden, weil die globale Erwärmung mehr der matschigen Bedingungen schafft, die sie zum Gedeihen benötigen.

In einigen Gebieten sind die einzelligen Lebensformen so dicht, dass sie den Schnee hellgrün färben und sogar vom Weltraum aus gesehen werden können, so die Studie, die in der Zeitschrift Nature Communicationsveröffentlicht wurde.

Biologen der Universität Cambridge und des British Antarctic Survey verbrachten sechs Jahre damit, die grünen Schneealgen mit Hilfe einer Kombination aus Satellitendaten und Bodenbeobachtungen zu entdecken und zu messen.

Algenblüten färben den Schnee der Antarktis grün.

Das Ergebnis ist die erste großmaßstäbliche Algenkarte der Halbinsel. Diese dient als Grundlage für die Beurteilung der Geschwindigkeit, mit der der weiße Kontinent aufgrund der Klimakrise grün wird. Dies mag u. U. bald anderen Arten und Lebensformen Nahrung bieten.

So wurde bereits festgestellt, dass die Algen enge Bindungen mit winzigen Pilzsporen und Bakterien gebildet haben. „Diese könnte möglicherweise neue Lebensräume bilden. Irgendwo wäre es der Beginn eines neuen Ökosystems“, sagte Matt Davey von der Universität Cambridge, einer der Wissenschaftler, die die Studie geleitet haben. Er beschrieb die Algenkarte als ein fehlendes Stück des Puzzles des Kohlenstoffkreislaufs in der Antarktis.

Die Karte identifiziert 1.679 einzelne Blüten grüner Schneealgen, die zusammen eine Fläche von 1,9 Quadratkilometern bedeckten, was eine Kohlenstoffsenke von etwa 479 Tonnen pro Jahr bedeutet. Dies entspricht den Emissionen von etwa 875.000 Autofahrten in Großbritannien. Man nimmt aber an, dass diese global gesehen zu klein ist, um den Kohlenstoffhaushalt des Planeten wesentlich zu beeinflussen.

Fast zwei Drittel der Grünalgenblüten wurden auf kleinen, tief gelegenen Inseln rund um die Halbinsel gefunden. Diese hatte ja eine der intensivsten Erwärmungen der Welt erfahren hat und diesen Sommer neue Temperaturrekorde aufgestellt. Die Schneealgen waren in kälteren, südlichen Regionen weniger auffällig.

Algen und ihr Einfluss auf den CO2-Haushalt

Wissenschaftler hatten schon früher eine Veränderung bei grünen Flechten und Moosen beobachtet, aber diese wachsen im Vergleich zu den Algen extrem langsam. Künftig werden sie auch Rot- und Orangenalgen messen und berechnen, wie sich das Vorhandensein solch farbenprächtiger Formen auf die wärmereflektierende Albedo-Qualität* des Schnees auswirken könnte.

„Ich denke, wir werden in Zukunft mehr große Blüten bekommen. Bevor wir wissen, ob dies einen signifikanten Einfluss auf den Kohlenstoffhaushalt oder die Bio-Albedo hat, müssen wir die Zahlen durchgehen“, sagte Andrew Gray, der Hauptautor des Papiers.

*Albedo – lat. Albus, weiß -ist ein Maß für das Rückstrahlvermögen oder Reflexionsstrahlung von diffus reflektierenden, also nicht selbst leuchtenden Oberflächen. In der Klimatologie ist die so genannte Eis-Albedo-Rückkopplung ein wesentlicher, den Strahlungsantrieb und damit die Strahlungsbilanz der Erde beeinflussender Faktor, der relevant für den Erhalt des Weltklimas ist.

The Guardian

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