GESUNDHEIT, UMWELT
Schreibe einen Kommentar

Wie ist es um Ihre Wasserqualität bestellt?

Alexxxey-shutterstock_91524

Warum uns ein Etikettenschwindel auf Fleischprodukten aufregt – uns aber scheinbar egal ist, ob sich so manches Obst oder Gemüse möglicherweise als Chemie-Cocktails erweist.

Gerade im Sommer empfinden wir es als totalen Genuss, in ein saftiges Stück Wassermelone zu beißen. Oder es geht nichts über einen erfrischenden Gurkensalat als Grillbeilage an lauen Sommerabenden. Doch während wir uns beim gegrillten Burger Gedanken darüber machen, was wohl alles im Faschierten gelandet sein könnte, oder ob das Rind, das uns ein leckeres Steak beschert, wohl gentechnikfrei gefüttert wurde, denken wir keine Sekunde darüber nach, was genau in einer Wassermelone oder einer Gurke steckt. Warum auch, werden Sie sich fragen. Gurke ist Gurke. Mitnichten. Denn so eine Gurke besteht beispielsweise zu 96 % aus Wasser. Doch wie ist die Qualität dieses Wassers, wie setzt es sich zusammen und sind möglicherweise unerwünschte Stoffe enthalten? So wie Tiere gefüttert werden, benötigen auch Obst und Gemüse Nährstoffe und Wasser, um wachsen und gedeihen zu können.

Gurken bestehen zu 96% aus Wasser. Wie ist es um diese Wasserqualität bestellt?

Gurken bestehen zu 96% aus Wasser. Wie ist es um diese Wasserqualität bestellt?

Wir als Konsumenten wissen allerdings sehr wenig darüber, was unserem Obst und Gemüse dabei zugeführt wird. Mir schwebt dabei immer das Bild der Wassermelone aus südlichen Ländern im Kopf herum. Diese Länder leiden ohnehin in den Sommermonaten an Wassermangel und an schlechter Wasserqualität und die Anbaubedingungen unter endlosen Foliengewächshäusern sind zu hinterfragen.

Abgesehen davon sehen viele Gemüsesorten während des Wachstums keinen Gramm Erde, da sie auf Steinwolle oder Schaumstoffen angebaut werden und sie sehen keine Tropfen frisches Wasser, da sie ein Wasser-Dünger-Gemisch – eine sogenannte Nährlösung – erhalten.

Wie also – frage ich mich – kann sich eine Wassermelone oder eine Gurke in ihrer Wachstumsphase prall mit herrlichem Wasser füllen?

Selbstversuch

Um zu sehen, ob es unserem Gemüse egal ist, wo es herkommt und wie es bewässert und angebaut wird, haben wir uns wahllos aus einigen Supermärkten mit Gurken eingedeckt und diese in ein renommiertes Labor gebracht. Dort haben wir über eine Zentrifuge der Gurke das Wasser entzogen und dieses Wasser auf bestimmte chemisch/physikalische Bestandteile untersuchen lassen. Sehr spannend waren einerseits die sehr unterschiedliche Zusammensetzung und die teils hohen Konzentrationen an den untersuchten Stoffen. Bei einem Gurken-Extremfall (keine Österreichische Gurke übrigens) konnten wir dem analysierenden Chemiker folgendes entlocken: „Das ist, wie wenn Sie in einem Glas Wasser ein Düngerstäbchen auflösen und trinken würden“.


LIFECHANGE-TIPP: Kaufen Sie Obst & Gemüse mit hohem Wasser-Gehalt nach Möglichkeit nur aus jenen Regionen – wo Sie auch jederzeit bedenkenlos von der Wasserleitung trinken würden.


Etikett für Obst und Gemüse?

Die Wasserqualität hat Auswirkungen darauf, ob unser Gemüse wirklich noch gesund ist.

Die Wasserqualität hat Auswirkungen darauf, ob unser Gemüse wirklich noch gesund ist.

Die Lebensmittelindustrie ist verpflichtet, jegliche Inhaltsstoffe in ihren Produkten auch am Etikett auszuweisen – und selbst wenn diese in Spuren vorkommen. Und unser Trinkwasser ist überhaupt das am meist kontrollierte Lebensmittel. Aber irgendwie überkommt mich auch der Wunsch, dass dies für Obst und Gemüse ebenfalls sinnvoll wäre. Denn sollten Anbaumethoden, Herkunft, Bewässerung, Art der Düngemittel und der Einsatz von Pestiziden etc. in der Zusammensetzung von Obst und Gemüse deutliche Unterschiede hervorbringen und sich im Obst und Gemüse wiederfinden, wüsste ich als Konsument gerne darüber Bescheid und würde mir erwarten, dass die Inhaltsstoffe auch am Produkt ausgewiesen sind. Auch Obst und Gemüse ernähren sich von dem, was wir ihnen zuführen bzw. findet sich das in der einen oder anderen Form darin wieder.

Alles Wasser

Wir Menschen bestehen zu ca. 70 % aus Wasser. Die täglich benötigte Menge an Wasser wird dabei einerseits zu ca. 60 % über Getränke und andererseits zu ca. 40 % über die feste Nahrung aufgenommen. Obst und Gemüse zu essen ist wichtig, um unseren Körper mit lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen aber auch mit ausreichend Wasser zu versorgen, denn diese Lebensmittel sind am wasserreichsten. Vertrauen Sie auf regionale, saisonale und wenn möglich biologisch erzeugte Produkte – damit fördern Sie nicht nur die lokale Landwirtschaft, sondern können auch mit guten Gewissen Ihren Gurkensalat herzhaft genießen!


Wassergehalt in Obst und Gemüse

  • Kartoffel 74 %
  • Banane 75 %
  • Apfel 83 %
  • Pfirsich 87 %
  • Melone 89 %
  • Erdbeere 90 %
  • Kürbis 91 %
  • Tomate 94 %
  • Rhabarber 95 %
  • Gurke 96 %

Mag. Thomas Schlatte für LIFECHANGE.AT

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *