GESUNDHEIT
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Wann ist Zeit für einen „Mental Health Day“?

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Selbst für Menschen, die nicht unter einem klinischen Grad von Depression und Angstzuständen leiden, könnte der gelegentliche „Mental Health Day“ ‒ d. h. ein Tag für die mentale Gesundheit ‒ immer noch wertvoll sein.

Krankenstände aufgrund von Grippe oder anderen Krankheiten werden allgemein akzeptiert. Wie sieht es mit „Tagen für die mentale Gesundheit“ aus, d. h. Tage, in denen Mitarbeiter einen Urlaubs- oder Krankenstandstag wegen Stress und Burnout nutzen? Ist es eine gute Idee, „Tage für die psychische Gesundheit zu nehmen“? Wie bei so vielen Fragen zur menschlichen Psychologie lautet die Antwort: „Es kommt darauf an.“

Mentale Erkrankungen vs. Stress

Erstens ist es wichtig, zwei Arten von Tagen für die mentale Gesundheit zu unterscheiden. Die eine betrifft diagnostizierte psychische Erkrankungen. Die andere bezieht sich auf eine umgangssprachliche Verwendung des Begriffs, in dem Sie einen Krankenstands- oder Urlaubstag verwenden, um Stress abzubauen, der sich als Teil des normalen Arbeitsablaufs aufbauen kann.

Wenn Sie regelmäßig hohe Belastungen und Ängste verspüren, wäre es ratsam, einen Therapeuten aufzusuchen. Dieser kann feststellen, ob Ihre Gefühle eine Depression oder eine Angststörung widerspiegeln. Wenn Sie feststellen, dass Angst Ihre Fähigkeit, Ihr Leben vollständig zu leben, behindert, sollten Sie etwas dagegen tun.

Wenn bei Ihnen Depressionen oder eine Angststörung diagnostiziert werden, dann müssen Sie erkennen, dass dies auch eine körperliche Krankheit ist ‒ genau wie Erkältungen und Grippe. Arbeiten Sie mit Ihrem Therapeuten zusammen, um festzustellen, wann Sie sich Zeit nehmen sollten, um mit Ihren Symptomen fertig zu werden.

Für Menschen, die nicht an klinischer Depression und Angstzuständen leiden, kann der gelegentliche „Mental Health Day“ immer noch wertvoll sein, aber es gibt doch ein paar Dinge, die man beachten sollte.

Planen Sie Ihren „Mental Health Day“

Es ist im Allgemeinen keine gute Idee, spontan einen Tag für Ihre mentale Gesundheit zu nehmen. Das heißt, wenn Sie morgens aufwachen und sich fürchten, zur Arbeit zu gehen, benutzen Sie dieses Gefühl nicht als Grund, sich krank zu melden.

Stress und Angst sind emotionale Erfahrungen, die sich einstellen, wenn man etwas in der eigenen Welt vermeiden möchte. Wenn Sie sich aus diesem Grund krank melden, entwickeln Sie womöglich die Angewohnheit, auf Stress und Ängste jedes Mal so zu reagieren. Dann vermeiden Sie Arbeit, die getan werden muss. Und es ist sicher nicht sinnvoll, vor Stress regelmäßig davon zu laufen.

Nehmen Sie sich stattdessen etwas Zeit, um darüber nachzudenken, was Ihnen genau Stress verursacht. Wenn es eine Aufgabe gibt, die erledigt werden muss, oder eine Besprechung, die Sie fürchten, wird der freie Tag den Stress nicht mindern. Die unerledigte Aufgabe muss erledigt werden. Und während des ganzen Tages mögen Ihre Gedanken dann genau darum kreisen. Selbst wenn Sie es schaffen, Ihre Gedanken für den Tag von der Arbeit fernzuhalten, wird die Quelle des Stresses am nächsten Morgen immer noch da sein. Wie viel besser wäre es doch, ins kalte Wasser zu springen und die gefürchtete Aufgabe so rasch als möglich zu erledigen!

Das bedeutet nicht, dass Sie niemals einen Tag für Ihre mentale Gesundheit nehmen sollten. Aber Sie sollten es planen. Überlegen Sie, warum es sinnvoll ist, den Tag frei zu nehmen. Es gibt zwei Strategien, die Ihren psychischen Gesundheitstag für Stressabbau wertvoll machen können.

Eine Strategie ist, einen Tag zu planen, der Sie von den Dingen wegnimmt, die Sie für den Tag vermeiden möchten. Wenn Sie die negativen Dinge in Ihrer Welt erfolgreich meiden, fühlen Sie Erleichterung. Es gibt viele Möglichkeiten, eine Oase der Ruhe zu schaffen. Gehen Sie in ein Spa. Machen Sie eine Wanderung in der Natur. Arbeiten Sie an Fähigkeiten, um sich von Stressfaktoren zu befreien.

Frei nehmen um zu arbeiten?

Die andere Strategie ist, den Tag zu nehmen, um andere Stressquellen in Ihrer Umgebung abzubauen. Vielleicht hat es Ihr geschäftiges Leben unmöglich gemacht, die Rechnungen zu bezahlen, das Haus zu putzen oder Dinge für die Familie zu organisieren. Wenn dem so ist, können Sie den Tag auch nutzen, um mit diesen Aufgaben umzugehen.

Arbeit kann auch Ihre persönlichen Beziehungen schädigen. Vielleicht möchten Sie Ihren „Mental Health Day“ mit Ihrem Partner oder einem anderen Familienmitglied oder Freund abstimmen und sich etwas gemeinsame Zeit nehmen.

Es mag zwar paradox erscheinen, einen Tag frei zu nehmen, um eine andere Art von Arbeit zu erledigen. Aber ein Teil von dem, was Ihre Widerstandsfähigkeit mindert, ist es von Arbeitsbelastungen direkt in den häuslichen Stress überzugehen. Wenn Sie Ihr Zuhause aber zu einem stressfreien Ort machen können, kann dies den unvermeidlichen Stress bei der Arbeit erleichtern.

Stunden für die mentale Gesundheit

Ziehen Sie schließlich in Erwägung, eher ein paar Stunden für Ihre psychische Gesundheit zu nehmen als Tage. Bauen Sie mehr Bewegung in Ihre tägliche Routine ein. Lassen Sie sich regelmäßig mit Massagen oder Wellnessanwendungen verwöhnen. Stehen Sie morgens früher auf und gehen Sie an einen schönen Ort, bevor Sie zur Arbeit gehen.

Anstatt den Stress aufzubauen, bis es unerträglich ist und dann zu versuchen, alles auf einmal loszulassen, wäre es besser, stressabbauende Aktivitäten überhaupt zu einem Teil Ihrer Lebensführung zu machen.

fastcompany.com

 

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