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Unser CO2-Budget wird spätestens in einem Jahr verblasen sein

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Berechnungsergebnisse verschiedener Experten sind nicht gerade optimistisch, wenn sie davon sprechen, dass wir genau ein Jahr Zeit haben, um unsere CO2-Emissionen drastisch einzuschränken. Ansonsten müssten wir mit viel dramatischeren Klimaveränderungen rechnen, als bisher angenommen.

Eine maximale Erderwärung von 1,5°C entspricht dem Ziel des Klimaschutzabkommens in Paris. Forscher des Mercator Research Instituts on Global Commons and Climate Change haben hierzu eine CO2-Uhr errichtet, die angibt, dass uns gemäß derzeitigem weltweiten CO2-Ausstoß hierzu nur mehr ein Jahr verbleibt.

CO2-Uhr zeigt an, dass uns die Zeit davonläuft

„Sobald wir unser CO2-Budget verblasen haben, muss jede Tonne, die durch Autos, Gebäude, Industrieanlagen usw. freigesetzt wird, dadurch kompensiert werden, dass sie wieder aus der Atmosphäre ‚entfernt‘ wird“, so Fabian Löhe, Sprecher des Mercator-Forschungsinstituts.

„Solche ‚Negativ-Emissionen‘ zu generieren ist eine noch größere Herausforderung und wir wissen bis heute nicht, ob uns das überhaupt möglich ist und wenn ja, in welchem Umfang. Die CO2-Uhr zeigt somit an, dass uns die Zeit davonläuft. Es genügt nicht, irgendwann in Zukunft zu handeln, wir müssen unsere Klimaziele jetzt – und zwar in relativ kurzer Zeit – viel ambitionierter als bisher umsetzen.“

Und das beinhaltet massive Änderungen. Trotz des enormen Wachstums erneuerbarer Energien, kommt die meiste Energie nach wie vor aus fossilen Brennstoffen. China beispielsweise, ein Land das ziemlich aggressiv gegen Kohlekraftwerke vorgeht und unglaubliche Summen einsetzt, um erneuerbare Energien zu fördern, wird – gemäß Schätzungen – im Jahr 2020 nach wie vor die Hälfte seines Energiebedarfs aus nicht erneuerbaren Energiequellen decken.

Um unter einer Erderwärumung von 1,5°C zu bleiben, wären noch viel mehr Anstrengungen gefragt, als diese bis jetzt erfolgen. „Viele Experten sehen eine wachsende Dissonanz zwischen den steigenden Ambitionen in der Klimapolitik und den geringen Erfolgen, die bei derzeitgen Emissionsreduktionen wirklich erzielt werden,“ so Löhe. Emissionen steigen trotz wachsendem Bewusstsein und Aktionen seitens der Politik. Experten sagen, dass die Zugeständnisse der Länder gemäß dem Pariser Abkommen nicht weit genug gehen, um die Erwärmung unter 1,5° oder sogar unter 2°C zu halten.

Um CO2-Emissionen einzuschränken sind kurzfristige Aktionen unumgänglich

Länder stimmen zwar über langfristige Ziele ab und erreichen hier auch gewisse Einigungen, es fehlen aber die kurzfristigen Aktionen. Diese sind aber unumgänglich, wenn man verhindern will, dass Wetterextreme in naher Zukunft nicht noch schlimmer werden. Möglicherweise wird das arktische Eis bei einer Erwärmung von „nur“ 1,5°C überleben. Einige Teile am Persischen Golf, die bei einer Erwärmung von 2°C unbewohnbar würden, mögen die 1,5 °C ebenfalls noch tolerieren. Tatsache ist jedoch, dass die weltweite Gemeinschaft jetzt rasche Aktionen setzen muss, um zumindest unter einer Erwärmung von 2°C zu bleiben.

Gemäß Löhe ist es entscheidend, jetzt Investments zu tätigen, die in die richtige Richtung gehen, um eine CO2-neutrale Weltwirtschaft zu ermöglichen. Bleibt zu hoffen, dass die internationale Staatengemeinschaft ihren Worten endlich Taten folgen lässt – zur Rettung des Planeten.

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