GESUNDHEIT
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Superkräfte durch Superfood?

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Was haben Heidelbeere, Acai-Beere, Kakao, Goji-Beere (Gemeiner Bocksdorn) und Chia-Samen gemeinsam?  Sie gehören zu den Lebensmitteln, die mit dem Modewort „Superfood“ tituliert werden. „Superfoods sind Kraftpakete, hochwertige, gesunde und nährstoffreiche Nahrungsmittel“, so der Tenor.

In Bezug auf Essen und Gesundheit ist die Idee vom Superfood sehr populär. Die Medien quellen über mit Meldungen über ultragesunde Nahrungsmittel, die uns versichern wollen, dass der Verzehr dieser Nahrungsmittel dem Körper den Gesundheitskick verleiht, den er zur Abwehr von Krankheiten, zur Gewichtskontrolle und zur Umkehr des Alterungsprozesses braucht. Das Internet bietet zum Suchbegriff „Superfood“ beispielsweise nahezu 10 Millionen Treffer.

Kein Wunder, denn der Markt für Gesundheit birgt ein ständig wachsendes Potential. Der Wunsch gesund zu sein und sich in seinem Körper wohlzufühlen, prägt das Denken der Menschen mehr als je zuvor. Und was erscheint da logischer als Lebensmittel – insbesondere natürlich Obst und Gemüse – zu konsumieren, die aufgrund ihres Nährstoffgehaltes einen höheren gesundheitlichen Nutzen als andere haben.

Denn die Vorstellung ist verführerisch: einmal am Tag ein leckeres Nahrungsmittel mit Superkräften zu sich nehmen und schon ist man supergesund. Dass es ganz so einfach nicht geht, ahnen wahrscheinlich die meisten.

Der Hype um Superfood

Superfood alleine genügt nicht, um gesund, schlank und fit zu bleiben.

Superfood alleine genügt nicht, um gesund, schlank und fit zu bleiben.

Durch die wissenschaftliche Analyse der Inhaltsstoffe gibt es immer neue Erkenntnisse im Hinblick darauf, welche Lebensmittel besonders wirksam im Kampf gegen Krebs, Bluthochdruck oder den Alterungsprozess sind. Deren Inhaltsstoffen werden in verschiedenen Studien oft spektakuläre Ergebnisse zugeschrieben. Dabei ist aber zu bedenken, dass sich diese Laborergebnisse oft nicht so einfach in Ernährungsgewohnheiten umsetzen lassen.

Ein wesentliches Forschungsmerkmal ist beispielsweise, dass tendenziell sehr große Mengen an Nährstoffen verwendet werden, die im Zuge einer normalen Ernährungsweise nicht erreicht werden. Ob es jetzt Studien mit Ratten oder In-Vitro-Experimente mit isolierten Kulturen menschlicher Zellen sind, so erhält man hier zwar eine Vorstellung davon, welche gesundheitlichen Auswirkungen bestimmte Nahrungsmittelbestandteile haben, allerdings besteht keine Garantie, dass die Bestandteile bei Menschen genau die gleiche Wirkung erzielen.

Es muss bei den Untersuchungen daher immer auch die individuelle Konstitution der Menschen berücksichtigt werden. Außerdem ist nicht alles, was als besonders hilfreich in der Vorbeugung von Krankheiten genannt wird, auch für jeden gleichermaßen bekömmlich.

Die Tatsache, dass einigen Lebensmitteln Superkräfte zugeschrieben werden, mag den Eindruck erwecken, dass andere Nahrungsmittel weniger gesund seien, obwohl diese meist genauso wertvolle Nährstoffe liefern, wie die in den Superfoods nachgewiesenen.

Ewige Jugend, richtig viel Power und purzelnde Kilos … um eine ausgewogene Nährstoffaufnahme sicherzustellen, müssen wir uns vielfältiger ernähren, anstatt uns lediglich auf eine Handvoll angeblicher Superfoods zu konzentrieren und diese als Superhelden zu feiern. Insbesondere gehört hierzu der Verzehr einer größeren Menge und Vielfalt an Obst und Gemüse. Schmeckt gut und tut gut!

Marion Derinsu für LIFECHANGE.AT

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