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Straßenlaternen als Ladestationen für Elektroautos?

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Das deutsche Startup-Untenehmen Ubitricity rüstet die Straßenlaternen in London nach, damit über Nacht geparkte Elektroautos direkt dort aufgeladen werden können.

Eine altmodische Straßenlaterne im Londoner Bezirk Westminster – mit einem verzierten, goldenen “W” – sieht genauso aus wie in den 1950er Jahren. Jetzt aber ist es möglich, ein kleines Türchen an der Seite zu öffnen und sein Elektrofahrzeug anzustecken.

Aufladung der Elektroautos über Nacht

Dieser Laternenmast ist einer von Dutzend anderen in London, die das deutsche Startup-Unternehmen zu Ladestationen nachgerüstet hat. Die Konvertierung hierfür nimmt keinen zusätzlichen Platz in Anspruch. Da sie lediglich auf bereits bestehende Infrastruktur angewiesen ist, ist sie außerdem günstiger in der Herstellung und einfacher zu installieren. Und London hat großes Interesse daran, die Anzahl an öffentlichen Ladestationen in nächster Zeit noch weiter auszubauen.

Der Strom für Ihr Elektroauto wird direkt aus der vorhandenen Verbindung der Straßenlaterne zum Netz gewonnen.

Der Strom für Ihr Elektroauto wird direkt aus der vorhandenen Verbindung der Straßenlaterne zum Netz gewonnen.

Jeder Tesla (auch wenn komplett entladen) ist – wenn er über Nacht aufgeladen wird – am nächsten Tag vollständig geladen. “Das kann derzeit noch niemand sonst, da kein anderes Unternehmen Ladestationen auf dem Markt hat, die so klein sind wie unsere,” so Knut Hechtfischer, Co-Founder von Ubitricity.

So ziemlich alles, das normalerweise zu einer kleinen Ladestation gehören würde – eine Internetverbindung, ein Display, Sensoren und Technologien um den Ladevorgang zu kontrollieren – ist bei Ubitricity im Ladekabel selbst zu finden. Fahrer kaufen ein Kabel und haben dieses immer griff- und ladebereit im Wagen liegen.

Das Nachrüsten einer Straßenlaterne dauert nicht einmal eine Stunde. Danach kann der Strom direkt aus der vorhandenen Verbindung der Straßenlaterne zum Netz gewonnen werden. Das System funktioniert so, dass Autos langsam geladen werden können. Und das Unternehmen hat auch kein Interesse daran, Schnelllade-Stationen, die ein Elektroauto in ca. 30 Minuten aufladen können, zu ersetzen.

Schnellladung für Elektroautos oft gar nicht nötig

Tatsache ist nämlich, dass ein durchschnittliches Stadtauto rund 90 % seiner Zeit parkend verbringt. Ubitricity argumentiert daher, dass eine Schnellladung in den meisten Fällen also gar nicht notwendig ist. Die Ladestationen an den Straßenlaternen bieten daher eine Alternative für jene, die keine Garage oder Auffahrt mit eigener Lademöglichkeit haben. Und die Mehrheit der Londoner parkt eben an der Straße – und das ist in vielen anderen Städten nicht anders.

Die Technologie selbst ist nicht wirklich komplex. Die Herausforderung für Ubitricity bestand darin, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. “Unsere Idee besteht darin, eine allgegenwärtige Infrastruktur zu nutzen und damit die Kosten effizient herunterzufahren,” meint Hechfischer. “Das einfachste und günstigste ist meist etwas zu nutzen, das es bereits gibt.” Wenn man sich also auf den Anwendungsfall konzentriert und parkende Elektroautos über Nacht auflädt, ist das auf Dauer die günstigste Alternative. Die Ladestation erfasst hierzu die Lademenge und verrechnet diese am Ende jedes Monats an die Lenker.

Die Regierung in London hatte errechnet, dass ein Umstieg auf 100 % Elektroautos das elektrische Netz massiv belasten würde. Daher könnte ein Andocken an die Straßenbeleuchtung eine Hilfe sein, um den Bedarf an Elektrizität zu kontrollieren. Spitzen in der Nachfrage können vermieden werden, wenn man zum durchaus smarten “Low-Power-Aufladen” zurückgreift. Die Fahrzeuge werden so langsam aufgeladen und das elektrische Netz dadurch weit weniger belastet. Die Ladekabel sind außerdem so designed, dass sie in beide Richtungen funktionieren. In Zukunft könnten Autos auch helfen Energie zu speichern und Energie ins Stromnetz einzuspeisen.

fastcompany.com

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