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Schilcher Weinstraße – die schönste Seite der Weststeiermark

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Entlang der Schilcher Weinstraße von Ligist über Stainz und Deutschlandsberg bis Eibiswald kann man die Steiermark von einer ihrer bezauberndsten und gastfreundlichsten Seiten kennenlernen. Neben gutem Wein und Essen locken zahlreiche Ausflugsziele. 

Sagt Ihnen Ligist etwas? Nein. Dann haben Sie etwas versäumt. Ligist, ein etwas mehr als 3000 Einwohner zählender Ort in der Weststeiermark, ist das nördliche Tor zur Schilcherweinstraße. Rund 40 Kilometer südlich davon, in Eibiswald, endet eine der schönsten Weinrouten Österreichs. Dazwischen liegen sanfte Hügel und Weinstöcke, so weit das Auge reicht.

Am Anfang steht der (Schilcher-)Genuss

Eigentlich hätte man sich in Ligist gar nichts einfallen lassen müssen. Das meinen zumindest manche Einheimische. Die Schönheit der Landschaft und der Geschmack des Weines seien Attraktion genug. Das stimmt. Aber angenehm ist es trotzdem, dass man das Planen und Organisieren einfach sein und sich stattdessen mit den Schmankerlwegen durch die Gegend leiten lässt. Drei verschiedene Varianten stehen zur Auswahl. Mit dem längsten Schmankerl-Rundweg ist man schon gute 3,5 Stunden unterwegs, mit ausgedehnten Pausen entsprechend länger. Halt machen kann man beim Bauernhof Fötsch, wo es Kernölprodukte zu verkosten gilt oder bei der Imkerei Rosenzopf, um verschiedene Honigprodukte zu probieren. An etlichen Gasthäusern vorbei gelangt man gegen Ende der Tour zu Buschenschanken mit herrlicher Aussicht. Hier kommt man um ein gutes Glasl Schilcher fast nicht herum.

Ein Besuch beim Schloss Stainz belohnt Sie mit einer wunderbaren Aussicht auf die Schilcher Weinberge.

Ein Besuch beim Schloss Stainz belohnt Sie mit einer wunderbaren Aussicht auf die Schilcher Weinberge.

Von Ligist schlängelt sich die Straße weiter Richtung Süden. Nach rund 15 Minuten Fahrt erreicht man Stainz. Ein Besuch im Schloss Stainz lohnt, liegt die in Barock und Renaissance wurzelnde Anlage doch erhöht über dem Ort, umgeben von Wein- und Obstgärten. Ehemals genutzt als Augustiner-Chorherrenstift, beherbergt das Schloss heute zwei zum Universalmuseum Joanneum gehörende Sammlungen sowie ein Jagdmuseum. Teile des prachtvollen Bauwerks können für Veranstaltungen gemietet werden.

Eine weitere Attraktion in Stainz ist zwar weniger prachtvoll, übt aber ebenfalls große Anziehung auf Besucher – mehr als 20.000 pro Jahr – aus: der Flascherlzug. Der Name geht auf jene Zeit zurück, als in der Gegend der Wunderdoktor „Höllerhansl“ (1866-1935) praktizierte. Ihm wurde nachgesagt, anhand von Urin Krankheiten feststellen zu können. Viele Kranke, die mit der Schmalspurbahn zu ihm kamen, brachten daher Urin in Flascherl mit – so kam die Bahn zu ihrer Bezeichnung „Flascherlzug“.

Der berühmte Flascherlzug - eine Attraktion in Stainz.

Der berühmte Flascherlzug – eine Attraktion in Stainz.

Wandern auf dem Schilcherland-Gipfel

Weicht man ein wenig von der Route nach Süden Richtung Westen ab, gelangt man zum Reinischkogel. 1463 Meter hoch und damit die höchste Erhebung des Schilcher-Landes, bietet der Reinischkogel unzählige Wandermöglichkeiten. Der Reinischkogel-Rundweg mit einer Gehzeit von rund drei Stunden führt durch Wälder und über Wiesen zum Gipfel, wo man für den Aufstieg mit einer schönen Aussicht bis nach Slowenien belohnt wird.  Im Sommer bietet der großteils waldige Wanderweg ideale Erholung von der Hitze.

Nach einer Reinischkogel-Tour bietet sich eine Einkehr bei Jagawirt an. Aber was heißt da Einkehr! Beim Jagawirt gibt es Küche auf höchstem Niveau in schöner Umgebung. Der Gastgarten zwischen liebevoll restaurierten Bauernhäusern ist im Sommer ein Hit, aber auch die heimeligen Gaststuben sorgen für einen angenehmen Aufenthalt.

Weiter geht es Richtung Deutschlandsberg. Davor, in Frauental an der Lassnitz, ist Familie Heinzl-Jauk zuhause. In ihrem Betrieb wird auf zirka acht Hektar Fläche Wein kultiviert – hauptsächlich Blauer Wildbacher, aus dem Schilcherprodukte hergestellt werden. „Die Ausbauvarianten sind bei dieser Sorte sehr groß – von Sturm, Wein, Traubensaft, Sekt bis zu Frizzante. Das ist einzigartig, ich kenne das von keiner zweiten Traubensorte“, sagt Gottfried Hainzl.

Neben dem Weinbau betreibt Familie Hainzl-Jauk auch einen Hofladen mit Produkten aus eigener Erzeugung sowie von Produzenten aus der Region. Im „Schilcherland Genusshof“ gibt es Köstlichkeiten wie Kürbiskernöl, Edelbrände und Liköre aus dem Hause Hainzl-Jauk. Daneben werden verschiedene Essig- und Ölsorten, Brot- und Käsespezialitäten sowie eine große Auswahl an Kräutern vermarktet.

Der exklusive Schilcher der Familie Heinzl-Jauk lädt zum Verkosten ein.

Der exklusive Schilcher der Familie Heinzl-Jauk lädt zum Verkosten ein.

Am Ziel angekommen Schilcher

Von Frauental über Deutschlandsberg kommt man allmählich zum Endpunkt der Schilcherweinstraße. Hier, in Eibiswald, ist die slowenische Grenze fast zum Greifen nahe. Im Gasthof Hasewend (Hasewend’s Kirchenwirt) kann man den Weinstraßen-Trip wunderbar ausklingen lassen. Familie Hasewend und ihr Team verstehen sich nicht nur aufs exzellente Kochen und den Verkauf qualitätsvoller Fleisch- und Wurstwaren. Mit dem hauseigenen Kino und regelmäßigen Filmbrunches ist das Gasthaus für viele in der Region und darüber hinaus längst zu einem Fixpunkt geworden. Wer gekommen ist, um eine Weile zu bleiben, kann es sich in einem der Gästezimmer oder großzügigen Appartements des Gasthofes gemütlich machen. Die Gefahr dabei: Der Abschied von Hasewend’s Kirchenwirt im besonderen und dem Schilcherland im allgemeinen könnte schwer fallen. Unser Tipp: Packen Sie reichlich Schilcher für zuhause ein. Oder kommen Sie einfach wieder. Sie werden es nicht bereuen.

Die Schilcher Weinstraße ist eine der bezaubernsten Gegenden in der Steiermark. Ein Besuch lohnt sich immer!

Die Schilcher Weinstraße ist eine der bezaubernsten Gegenden in der Steiermark. Ein Besuch lohnt sich immer!


Blauer Wildbacher: Die Seele des Schilchers

Der Blaue Wildbacher, aus dessen Trauben der Schilcherwein hergestellt wird, ist eine sehr alte, autochthone Rebsorte. Schon die Kelten sollen um 400 v.Chr. im Gebiet der heutigen Steiermark einen Wein aus Wildreben hergestellt haben. Aus diesen Reben ist später die Wildbachertraube hervorgegangen.

Der Blaue Wildbacher wird heute nicht nur in der Weststeiermark kultiviert, ist aber hier besonders stark verbreitet. Auf einer Fläche von ungefähr 500 Hektar wird diese Rebsorte im weststeirischen Hügelland angebaut. Im Raum Deutschlandsberg bringt es der Blaue Wildbacher sogar auf rund 90 Prozent Anteil an der gesamten Weinanbaufläche. Steiermarkweit liegt diese Sorte mit zirka 14 Prozent an zweiter Stelle hinter dem Welschriesling.

Für Schilcher gilt seit dem Jahr 1976 ein gesetzlich verankerter Sorten- und Herkunftsschutz.  Nur Weine, die zu 100 Prozent aus in der Steiermark angebautem, Blauem Wildbacher gekeltert werden, dürfen als Schilcher verkauft werden. Markant am Schilcher ist die schillernde Farbe zwischen hellrosa und hellem Rot. Daher rührt auch die Bezeichnung: das mittelhochdeutsche schiler bzw. schilher heißt nichts anderes als schillern.


www.schilcherland.at

Mag. Lisbeth Klein für LIFECHANGE.AT

 

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