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ResQ – eine neue App für Drogenabhängige, deren Familie und Freunde

ResQ

Mit Hilfe von einer Reihe von Spielen nimmt ResQ psychologische Beurteilungen vor und warnt das unterstützende Netzwerk ‒ Freunde, Familie, Berater ‒ wenn Drogenabhängige Hilfe brauchen sollten, um clean zu bleiben.

ResQ beurteilt die Risiken eines Rückfalls

Würden Sie lieber heute 5 oder in 10 Tagen 45 $ haben? Das ist eine der Fragen, die misst, wie impulsiv man sich gerade fühlt. Sie gehört zu einer Reihe von Fragen, die in der neuen App ResQ (derzeit noch in der Entwicklungsphase) gestellt wird. Sie soll Menschen helfen, endgültig von den Drogen loszukommen.

Ein Lottospiel in der App bewertet die Risikobereitschaft, während andere einfache Umfragen das Verlangen und die Einsamkeit aufzeichnen. „Das sind alles Dinge, die von Tag zu Tag schwanken“, sagt Paul Glimcher, Neurobiologe und Psychologe, der das Unternehmen Data Cubed leitet, welches die App entwickelt hat. „In der Klinik verwenden wir diese, um eine ziemlich gute Schätzung für das Risiko eines Rückfalls geben zu können.“

ResQ stützt sich auf die Erfahrung von Ärzten und Betreuern

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ResQ warnt Drogenabhängige vor Rückschlägen und aktiviert das hinterlegte Support-Netzwerk

Während es bereits Hunderte von Apps gibt, die mit Drogenabhängigkeit zu tun haben, „hat die überwiegende Mehrheit kaum wissenschaftlich erprobte Daten hinter sich“, sagt Glimcher. Im letzten Jahrzehnt hat Glimcher die Drogenabhängigkeit im Bellevue, einem öffentlichen Krankenhaus in New York City, und in anderen Kliniken untersucht. Die neue App übersetzt die Beurteilungen, die er und andere Praktiker in Kliniken anwenden für mobile Spiele. Das Entwicklungsteam umfasst sowohl Spieleentwickler als auch Forscher, die die Drogenabhängigkeit im Rahmen von Stipendien des National Institutes of Health untersucht haben.

Von den Millionen weltweit, die mit Drogenabhängigkeit zu kämpfen haben, befindet sich ein geringer Prozentsatz in Behandlungsprogrammen. Und selbst diejenigen, die derzeit in Behandlung sind, haben typischerweise nur begrenzten Kontakt zum klinischen Personal.

„Die Realität eines Ortes wie Bellevue ist, dass man wirklich viel Glück hat, wenn man öfter als einmal in der Woche einen Berater sieht“, sagt er. „Es gibt einfach viel zu wenig Ressourcen, die praktische Hilfe anbieten können. Was wir an der App daher wirklich schätzen, ist, dass wir diese Unterstützung täglich anbieten können. Das ist oft viel besser und öfter als im besten Fall.“

ResQ warnt vor Rückschlägen und aktiviert das hinterlegte Support-Netzwerk

Die App lässt jemanden, der mit Sucht zu kämpfen hat, Kontakte aus seinem Support-Netzwerk hinzufügen, die seine Fortschritte im Laufe der Zeit sehen können. Wenn jemand Meilensteine erreicht, zum Beispiel wenn er eine bestimmte Anzahl von Tagen kein Heroin konsumiert, stupst die App diese Freunde an, um über Emoji Glückwünsche zu senden.

Die Tools können auch nahelegen, dass jemand gerade ein hohes Risiko hat rückfällig zu werden. Dann nämlich, wenn beispielsweise seine Werte für Impulsivität plötzlich ansteigen. Hier kann die App vorschlagen, dass Personen im Support-Netzwerk die Hand reichen. Die App schlägt sogar vor, was Freunde sagen können. So können sie beispielsweise über die Ziele des Patienten sprechen und ihn dahingehend bestärken, diese auch zu erreichen. Das sind die gleichen Dinge, über die auch ein Berater in einer Klinik sprechen würde.

Sozialer Rückzug ist ein weiteres Zeichen dafür, dass jemand der Gefahr ausgesetzt ist rückfällig zu werden. Die App kann Freunden oder Familienmitgliedern helfen, in solch kritischsten Zeiten da zu sein. „Es ist eine Art Teufelskreis: Menschen ziehen sich zurück, das Verlangen nach Drogen wird stärker, ihr soziales Umfeld ist vielleicht nicht gleich zur Stelle. Doch die Person, die immer erreichbar ist, ist ihr Dealer“, so Glimcher. „Fehlt die soziale Unterstützung, werden sie ihren Dealer aufsuchen und rückfällig werden.“ ResQ misst daher auch den Level an Einsamkeit. Das kann ein wirklich guter Gradmesser für Freunde und Familie sein, um jetzt aktiv zu werden und für den Patienten da zu sein.

ResQ bei der Opioid-Challenge

Das Team entwickelte die App als Reaktion auf die Opioid-Challenge der Robert Wood Johnson Foundation, die nach technischen Tools zur Unterstützung und Verbindung von Menschen mit Drogenabhängigkeit verlangte. ResQ ist einer von drei Finalisten im Wettbewerb, der im September einen Gewinner auswählt. Data Cubed hofft, die App dann im Oktober veröffentlichen zu können.

fastcompany.com

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