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Reduktion von Schmerzen durch eine Änderung der Gehirnverdrahtungen?

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Neurowissenschaftler sind dabei Mittel und Wege zu erforschen, um das Gehirn quasi neu zu verdrahten und so chronische Schmerzen effektiv zu behandeln. Um diese neuen Behandlungen einsetzen zu können, ist es notwendig zu verstehen, wie das Gehirn  überhaupt arbeitet.

Wahrnehmung von Schmerz

Weltweit sind viele Personen abhängig von Schmerzmitteln, die ihr tägliches Leiden lindern sollen. Um diesem Suchtkreislauf zu entkommen, suchen Wissenschaftler neue Wege Schmerz zu therapieren …. und zwar weg von den gefährlichen, stark suchterzeugenden Medikamenten wie Opioiden. Einige forschen jetzt an Therapien und Behandlungsmöglichkeiten, die direkt am Gehirn ansetzen – um den Schmerz und das persönliche Schmerzempfinden zu beeinflussen. Dies verspricht Linderung für Millionen Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden.

Unser Gehirn ist in der Lage Schmerzen zu modulieren. Wissenschaftler hoffen nun darauf, diese Fähigkeit zu nutzen und darauf Einfluss zu nehmen, wie chronische Schmerzpatienten ihren Schmerz wahrnehmen. David Linden, Professor der Neurowissenschaft an der John Hopkins Universität dazu: “Unser Gehirn kann quasi sagen ‘Hey das ist interessant. Dreh die Lautstärke dieser Schmerzinformation, die da gerade hereinkommt, höher.’ Oder es kann sagen, ‘Sicher nicht – drehen wir die Lautstärke zurück und schenken wir der Information ja nicht zu viel Aufmerksamkeit.’”

Beispiele hierfür gibt es genug, speziell in traumatischen Situationen. So realisieren Soldaten in einem Kampf oft nicht, dass sie verwundet sind, da das komplette Schmerzausmaß aufgrund des Adrenalin-Ausstoßes nicht wahrgenommen werden kann.

Forscher der Brown Universität fanden heraus, dass einige Personen in der Lage waren, Verhaltensweisen zu erlernen, die Schmerzen ausfiltern können. Es besteht also eine Koordination zwischen dem vorderen Teil des Gehirns, welches die ausführende Kontrollregion des Gehirns ist und dem sensorischen Teil des Gehirns, der Informationen aus der Umwelt filtert, so Stephanie Jones, Assistenzprofessorin der Neurowissenschaft an der Brown Universität. Sie erklärt beispielsweise auch, dass chronische Schmerzpatienten verschiedene Medidationstechniken erlernen können, die es ihnen erlauben die Schmerzinformation im Gehirn quasi neu zu verdrahten.

Weniger Schmerzen durch Neuverdrahtung

Forscher untersuchen nun unterschiedliche Krankheitsformen, die aus der Neuverdrahtung des Gehirns Nutzen ziehen könnten, beispielsweise auch Depressionen. Das Gehirn – so Dr. Ian Cook – Direktor des UCLA Depression Research and Clinic Programms – ist ein Organ, das sich auf erstaunliche Art und Weise ändern kann (UCLA = University of California in Los Angeles). Tatsache ist, dass jedes Mal, wenn Menschen etwas Neues lernen, die Gehirnstruktur physikalische Veränderungen aufweist. Emotionen spielen eine wichtige Rolle in der Schmerzwahrnehmung. Daher könnten ähnliche Behandlungsmethoden in Zukunft eingesetzt werden, um Schmerzen zu lindern und das ganz ohne abhängig machende Betäubungsmittel.

Ein besseres Verständnis darüber, wie das Gehirn arbeitet, führt zu revolutionären Innovationen. Und die Möglichkeit den Schmerz im Gehirn neu zu verdrahten, mag auch zu verschiedenen gesellschaftlichen Vorteilen führen. Die potentielle Zukunft der Hirnforschung ist auf jeden Fall genauso aufregend wie grenzenlos.

futurism.com

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