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Nachhaltiges „Leder“ aus Ananas-Abfällen

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Die Handtasche der Zukunft wird aus einer Frucht gemacht.

Als die Lederexpertin Carmen Hijosa der Lederindustrie auf den Philippinen einen Besuch abstattete, entdeckte sie zwei große Probleme: Erstens hatte das dortige Leder schlechte Qualität und zweitens war die Produktion vor Ort schlecht für die dortige Umwelt und auch die Personen, die involviert waren.

Bei einer Reise durch das Land kam ihr jedoch ein nachhaltiger Einfall. Auf den Philippinen werden große Mengen Ananas angebaut. Die Ananas-Blätter haben, wie Carmen Hijosa bemerkte, Eigenschaften, die es möglich machen würden, aus ihnen eine pflanzenbasierende Lederalternative herzustellen.

„Die Ananas-Fasern haben eine ausgezeichnete Stärke und Flexibilität“, so Hijosa, „genau das was wir als Grundstoff benötigen.“ Hijosa verließ ihren Job in der traditionellen Lederindustrie und verbrachte die nächsten sieben Jahre auf dem Royal Collage of Art in London, um  den Rohstoff so weiterzuentwickeln, dass dieser patentiert werden konnte. Jetzt, im Alter von 63 Jahren, hat sie ein Startup-Unternehmen gegründet, das damit beschäftigt ist, Ananas-basiertes „Leder“ – Piñatex –herzustellen.

Ananas-Leder – gut für die Umwelt

Werden Ananas-Abfälle zu "Leder" verarbeitet, ergibt sich nun eine zusätzliche Einnahmequelle für die Bauern.

Werden Ananas-Abfälle zu „Leder“ verarbeitet, ergibt sich nun eine zusätzliche Einnahmequelle für die Bauern.

Im Unterschied zu echtem oder auch synthetischem Leder hat Ananas-basiertes „Leder“ klare Vorteile für die Umwelt. Es wird aus einem Nebenprodukt der Landwirtschaft, d. h. einem Abfallprodukt, hergestellt. „Für das Textil Piñatex benötigen wir kein zusätzliches Land, kein Wasser und auch keine Pestizide und Düngemittel …. wir nehmen ein Abfallprodukt und werten es hiermit auf“, so Hijosa.

Echtes Leder benötigt in der Produktion im Normalfall Chemikalien wie Formaldehyde sowie Metalle, was Probleme verursachen kann, wenn diese im Abwasser landen. Da Leder aus Tieren hergestellt wird, hat es auch einen ziemlich großen CO2-Fußabdruck. Kunstleder auf der anderen Seite wird im Normalfall aus Petroleum hergestellt, was eigene Herstellungsprobleme verursacht.

Ananas-Blätter würden normalerweise entsorgt werden. Da diese nun in „Leder“ umgewandelt werden, entsteht eine zusätzliche Einnahmequelle für die Bauern. Hijosa arbeitete mit lokalen Fabriken zusammen, um die Produktion in Gang zu setzen. Das Material wird in der Fabrik zu Rollen verarbeitet, die dann für die Herstellung von Schuhen, Handtaschen, Autositzen und anderen Dingen verwendet werden können. D. h. man kann es so ziemlich für alles verwenden, wofür man auch echtes Leder heranziehen würde.

Aus Ananas-Leder kann ziemlich alles gemacht werden, wozu normalerweise Leder verwendet wird.

Aus Ananas-Leder kann ziemlich alles gemacht werden, wozu normalerweise Leder verwendet wird.

„Innerhalb einer sich schnell entwickelnden Modeindustrie, die immer mehr vom Erfolg schneller Modemarken angetrieben wird, liegt bei der Produktion oft mehr Augenmerk auf Quantität statt auf  Qualität“, so Hijosa. „Dennoch zeigen die Trendforscher eine Veränderung im Mindset der Kunden. Menschen legen schön langsam immer mehr Aufmerksamkeit darauf, wer, wie und wo die Dinge gemacht werden, die sie tragen.“

Es scheint so, dass „Ananans-Leder“ das richtige Produkt zur rechten Zeit ist, da bereits Anfragen von diversen Marktlevels – von multinationalen bin hin zu speziellen Unternehmen – hereinkommen. Firmen wie Puma und Camper haben bereits Prototypen mit dem Material hergestellt, andere verwenden es bereits.

www.ananas-anam.com

Quelle: www.fastcoexist.com

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