GESUNDHEIT
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Mentale Techniken zur Migräne-Prävention

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Für viele Migräne-Patienten ist der Frühling alles andere als die schönste Jahreszeit. Vor allem häufige Temperatur- und Witterungsschwankungen machen ihnen zu schaffen. Diese führen oft zu Stress im Kopf der Betroffenen, der dann Anfälle auslöst.

Der Neurobiologe und Trainer für mentale Stärke Marcus Täuber hat für Migräne-Patienten einige Tipps, wie sie vorbeugend für mehr Ruhe im Kopf sorgen können.

Die vermeintlich schönste Jahreszeit bringt nicht nur Freud, sondern zuweilen auch Leid. Rund 10 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen haben Migräne – betroffen sind vor allem Frauen, sie leiden etwa dreimal so oft an dieser neurologischen Erkrankung wie Männer. Als häufigste Auslöser für Migräne-Anfälle gelten Stress, Wirbelsäulenprobleme und Wetterumschwünge. Dass ständige Temperatur- und Witterungswechsel, wie sie in unseren Breiten vor allem im Frühling auftreten, den Betroffenen tatsächlich zu schaffen machen, konnten die Wissenschaftler und Autoren des „Beth Israel Deaconess Medical Center“ in Boston (USA) in einer Studie mit rund 7.000 Patienten zeigen.

Es spricht inzwischen sehr viel dafür, dass Fehlfunktionen im Hirnstamm, die Verlängerung des Rückenmarks im Kopf also, die Migräne begünstigen. Dort sitzt ein wichtiger neurologischer Verschaltungsknoten für Kopfschmerzen, der bei Migräne-Patienten offenbar besonders empfindlich ist. Außerdem enthält der Hirnstamm Nervenzentren, die wichtige Körperfunktionen kontrollieren und auch bei Stress oder psychischem Druck ansprechen.

Der beste Schutz gegen Stress, so Täuber, „ist es, das Gefühl von Kontrolle und Selbstwirksamkeit zu erhöhen. Im Prinzip geht es darum, eine Einstellung von Macht und Stärke zu trainieren. Dies kann uns eine dickere Haut gegenüber Stress geben“, erläutert der Neurobiologe. Speziell zur Achtsamkeitsmeditation gibt es interessante erste Befunde.

Demnach besteht eine Tendenz zu weniger und leichteren Attacken mithilfe dieser mentalen Technik. Nachdem aber nicht jeder die Zeit und das Interesse hat, jeden Tag eine halbe Stunde zu meditieren, wurde am Institut für mentale Erfolgsstrategien ein Konzept entwickelt, das solche Übungen in den Alltag integriert.

Gezielte Übungen zur Stressabschirmung bekämpfen Migräne

„Eine einfache Mentaltechnik ist es, sich einen Moment ins Gedächtnis zu rufen, wo Sie sich persönlich besonders stark gefühlt haben“, erläutert Täuber. „Gehen Sie diese Bilder und das Gefühl immer wieder im Kopf durch. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den Bereich, wo Sie die Stärke fühlen. Übertragen Sie diese Stärke so gut es geht auf die Situation, die Sie aktuell stresst. Vielleicht entdecken Sie auch konkrete Maßnahmen, wie Sie doch Einfluss auf diese nehmen können.“ Ebenfalls hilfreich ist die progressive Muskelentspannung. „Dabei werden der Reihe nach Muskeln für wenige Sekunden angespannt und dann wieder entspannt, wobei es wichtig ist, möglichst gleichmäßig weiter zu atmen“, beschreibt Täuber diese Übung. Außerdem sollten Wetterwechsel oder andere Stressfaktoren beobachtet und neutral in einem Tagebuch festgehalten werden. „Dabei ist es empfehlenswert, eine Beobachterperspektive für solche Stressfaktoren einzunehmen“, so der Mental-Experte.


Was kann ich selber tun, um die Schulmedizin sinnvoll zu ergänzen? Wie kann ich meine Selbstheilungskräfte durch Imaginationstechniken mobilisieren? Was ist Hokuspokus, was ist möglich? Diese und ähnliche Fragen erörtert Täuber in einem Vortrag über Aspekte des mentalen Gesundheitstrainings – inklusive Live-Demo einer mentalen Technik.

Anmeldung und weitere Details zum Event am 11.5. 2017, ab 18:00 Uhr, in Wien unter: www.ifmes.at/seminare. Eintritt: 30 Euro.


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