WOHNIDEEN
Schreibe einen Kommentar

Kulturgut Spielzeug

Vasilyev-Alexandr_sh

Puppen, Teddys, Eisenbahnen und Co – Spielzeug soll Kindern Freue machen …  und auch ungefährlich, pädagogisch wertvoll und vor allem ökologisch sein.

„Für unsere Kleinen nur das Beste“ gilt bei Eltern, Großeltern, Verwandten und Freunden als oberstes Prinzip. Doch Skandale und Medienberichte verunsichern zunehmend. Worauf also beim Spielzeugkauf achten?

Gesetzliche Rahmenbedingungen für Spielzeug

Die gesetzlichen Anforderungen an Spielwaren sind innerhalb der EU in der EN71 vereinheitlicht. Diese Norm regelt, wie Spielzeug, das in der EU verkauft werden soll, beschaffen sein muss und dass es der Gesundheit des Kindes nicht schaden darf. In der EN 71 sind ebenso die Sicherheit von Füllmaterialien, die Speichelechtheit und der Schadstoffgehalt festgelegt. In Österreich ist die Richtlinie durch die Spielzeugverordnung im Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz (LMSVG) umgesetzt. „Darüber hinaus wird durch Kontrollen alles unternommen, dass nur sicheres Spielzeug auf dem Markt ist“, weiß Mag. Alexander Pallendorf, Obmann-Stv. Wirtschaftskammer Wien, Landesgremium Wien des Papier- und Spielwarenhandels, und Inhaber von das DAS SPIELZEUG, aus Erfahrung.

CE-Konformitätszeichen

Mit dem CE-Konformitätszeichen (Conformité Européenne) wird in der EU am Markt erhältliches Spielzeug gekennzeichnet. Denn durch die Anbringung der CE-Kennzeichnung bestätigt der Hersteller oder Importeur, dass das Spielzeug der geltenden EU-Norm EN 71 entspricht. Das CE-Zeichen ist aber kein Güte- oder Qualitätssiegel, da keine Verpflichtung besteht, die Einhaltung der Kriterien durch externe, unabhängige Stellen prüfen zu lassen. Daher obliegt die Gewährleistung der Produktsicherheit der Verantwortung des Herstellers. Das CE-Zeichen muss auf Spielwaren oder deren Verpackung deutlich sichtbar, leserlich und dauerhaft angebracht sein. Außerdem müssen der Name, gegebenenfalls die Firma sowie die Anschrift des Herstellers oder Importeurs angegeben sein.

Spielzeug legt oft eine lange Reise zurück. Achten Sie hier auf das FAIRTRADE-Gütesiegel!

Spielzeug legt oft eine lange Reise zurück. Achten Sie hier auf das FAIRTRADE-Gütesiegel!

GS-Zeichen

Das GS-Zeichen steht für „geprüfte Sicherheit“. Das Label kennzeichnet ebenfalls Spielzeug, das den geltenden Sicherheits- und Gesundheitsstandards entspricht und weist zusätzlich darauf hin, dass dies durch eine unabhängige, zugelassene Kontrollstelle überprüft wurde. Im Rahmen der GS-Zertifizierung werden in den Fertigungsstätten auch produktbezogene qualitätssichernde Maßnahmen überprüft. Die Prüfung wird vom Importeur oder Hersteller freiwillig in Auftrag gegebe

TÜV-Proof-Zeichen

Um das TÜV-Proof-Zeichen anwenden zu können, müssen die Anforderungen des TÜV PROOF Kriterienkataloges erfüllt werden. Dieser Kriterienkatalog deckt die grundsätzlichen Sicherheitsanforderungen des Anhang II der EG-Spielzeugrichtlinie 88/378/EWG hinsichtlich mechanisch/physikalischer und chemisch/hygienischer Eigenschaften ab, sodass eine CE-Konformitätsbeurteilung abgedeckt ist. Ebenso werden Mindestanforderungen an Funktionalität und Verarbeitungsqualität berücksichtigt.

Gutes Spielzeug – schon gewusst?

Spielen ist für die Entwicklung eines Kindes entscheidend: Beim Spielen lernt das Kind motorische Fähigkeiten, Wahrnehmung, Konzentration und logisches Denken. Jährlich steht ein neues, fast unüberschaubares Spielzeugangebot zur Verfügung. „Kinder mögen es, wenn mit ihnen gespielt wird“, bestätigt Spielzeugexperte Pallendorf. Der Kontakt, den Kinder im Austausch mit anderen erleben, ist ganz besonders wichtig für ihre Entwicklung. Spielwaren sollten immer zum Entwicklungsalter des Kindes, seinen Vorlieben und Bedürfnissen passen. Gutes Spielzeug hat einen hohen Aufforderungscharakter, ist selbsterklärend und soll die Phantasie anregen.

Nachhaltiges Spielzeug – was ist gut für Kinderhände?

Gutes Spielzeug ist robust, lang einsetzbar, vielseitig und lässt sich einfach reparieren. Noch gibt es kein einheitliches Label für Nachhaltigkeit und keine Nachhaltigkeitsstandards, die nachhaltiges Spielzeug kennzeichnen und für Verbraucher sofort erkennbar machen. Sow ie es keine weitverbreiteten Labels gibt, gibt es auch keine allgemein gültige Definition, aber: „Nachhaltiges Spielzeug heißt: Ressourcen schonende Herstellung eines Produktes, geringstmöglicher Materialverbrauch, Langlebigkeit + Reparierbarkeit des Produktes, Recycelbarkeit des Materials nach der Entsorgung“, beschreibt Ingetraud Palm-Walter, spiel gut Arbeitsausschuß Kinderspiel+Spielzeug e.V. Achten Sie deshalb auf die „spiel gut“-Plakette: Sie kennzeichnet pädagogisch wertvolles Spielzeug, das zusätzlich auf Umweltverträglichkeit überprüft wurde. Wirklich nachhaltig sind natürlich Spielsachen, die mit dem Kind mitwachsen, indem sie erweiter- oder kombinierbar sind, etwa Baukastensysteme, Kugelbahnsets oder Puppenhäuser.

Spielzeug made in China – soziale Aspekte

Spielzeug legt oft eine weite Reise zurück bevor es in einem österreichischen Kinderzimmer landet. Die meisten Spielwaren, die wir heute in Österreich kaufen, sind in China und anderen südostasiatischen Niedriglohnländern produziert und das häufig unter äußerst problematischen Bedingungen. Menschenrechtsverstöße, zu niedrige Löhne, mangelnde Arbeitssicherheit, schlechte Sozialstandards und illegale Kinderarbeit verbunden mit zahlreichen Gesundheitsrisiken sowie unzumutbaren Wohnbedingungen sind leider traurige Realität. Greifen Sie daher lieber zu Marken-Spielwaren und vermeiden Sie billiges Spielzeug ohne Angabe des Herstellers oder Händlers.

Spielzeug soll Spaß machen, pädagogisch wertvoll und vor allem auch ungefährlich sein.

Spielzeug soll Spaß machen, pädagogisch wertvoll und vor allem auch ungefährlich sein.

Tipps für Ihren Spielzeugkauf

  • Greifen Sie zu Marken-Spielwaren und vermeiden Sie billiges Spielzeug ohne Angabe des Herstellers oder Händlers.
  • Fragen Sie das Verkaufspersonal im Spielwarenhandel gezielt nach fair produzierten Produkten. Je mehr seitens der KonsumentInnen deutlich gemacht wird, dass Nachfrage nach sozialverträglich hergestelltem Spielzeug besteht, umso eher werden Unternehmen diesen Forderungen nachkommen und transparenter informieren.
  • Informieren Sie sich vor dem Kauf und nehmen Sie sich Zeit bei der Auswahl.
  • Weniger ist mehr: Lieber wenig nachhaltige Produkte als viele billige Spielsachen.
  • Fußbälle, die mit dem FAIRTRADE-Gütesiegel gekennzeichnet sind, wurden unter kontrolliert fairen Bedingungen und ohne Kinder- oder Zwangsarbeit erzeugt.
  • Holzspielzeug erfüllt in der Regel die höchsten ökologischen Beachten Sie, ob das FSC oder PEFC Label auf den Produkten ist. Die verwendeten Hölzer stammen aus nachhaltiger bzw. regionaler Waldwirtschaft.
  • Bevorzugen Sie Vollholzprodukte! Aus dem Leim von Sperrholzprodukten kann giftiges Formaldehyd ausdünsten.
  • Kaufen Sie mit biologischen Ölen oder Bienenwachs behandeltes Holzspielzeug.
  • Vermeiden Sie Spielzeug aus PVC (Polyvinylchlorid). Aber Achtung: Die Verwendung von PVC muss nicht gekennzeichnet werden. Auf Importprodukten wird es oft als Vinyl bezeichnet. Kunststoffspielzeug aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) gilt als weniger bedenklich. Die Produktion kommt mit weniger schädlichen Zusätzen aus und die Materialien sind gut wieder vertwertbar.
  • Achten Sie auf die rote „spiel gut“-Plakette. Sie kennzeichnet pädagogisch wertvolles Spielzeug, das zusätzlich auf Umweltverträglichkeit überprüft wurde.
  • Waschen Sie Stoff- und Plüschtiere nach dem Kauf bei niedriger Temperatur in der Waschmaschine, um Rückstände von wasserlöslichen Chemikalien zu entfernen.
  • Vermeiden Sie unnötige Verpackungen und achten Sie auf umweltgerechte Entsorgung der verschiedenen Materialien, da dies Ressourcen und das Klima
  • Vermeiden Sie batteriebetriebene Spielwaren. Batterien sind Problemstoffe und in Spielwaren nicht immer kindersicher eingebaut.
  • Versuchen Sie erweiterbare und kombinierbare Spielwaren zu schenken. Ein Baukastensystem, das sich ergänzen lässt, oder eine Puppe mit vielen Kleidern erhält nachhaltig das Interesse der Kinder.
  • Durch Riechen, Fühlen und optische Prüfung lässt sich minderwertiges Spielzeug am besten von hochwertigem unterscheiden. Produkte, die unangenehm riechen oder parfümiert duften und scharfe Kanten aufweisen sollten vermieden werden.
  • Kinderspielzeug muss nicht immer neu sein. Oft können gebrauchte, gut erhaltene Spielsachen auch ausgeborgt oder aus zweiter Hand erworben werden. Das schont Ressourcen, die Müllberge und den Geldbeutel. Zudem sind diese Spielwaren schon ausgedämpft, falls flüchtige Schadstoffe enthalten waren.

Mag. Alexandra Schlömmer für LIFECHANGE.AT

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *