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Kulinarik-Touren durchs steirische Thermenland

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Ein Abstecher in die Steiermark, genauer gesagt in den Südosten des Bundeslandes, ins steirische Thermenland, lohnt sich zu jeder Jahreszeit. 

In dieser Ecke Österreichs hat man sich hochwertigem Essen und Trinken verschrieben – von einzigartigem Käse über Österreichs größte Bio-Schweinehaltung hin zu erstklassigem Wein. Seit kurzem gibt es im Thermenland die RezepTOUREN, eine Art kulinarischer Wegweiser für alle interessierten Besucher.

ManufakTOUR durchs steirische Thermenland

Drei unterschiedliche Routen führen durch das steirische Thermenland, und sie alle bieten Gaumenfreuden auf höchstem Niveau. Bei der ManufakTOUR dreht sich alles um herausragende Lebensmittel, die von Könnern hergestellt beziehungsweise veredelt werden. Ein Fachmann mit Gespür dafür, wie man Vorhandenes noch besser macht, ist Bernhard Gruber. In seiner Fromagerie in Riegersburg legt er Hand an Büffel-, Kuh-, Schaf- und Ziegenkäse.

„Mir ist wichtig, jeden Käse einzeln zu behandeln und ihn so zu pflegen und zu veredeln, dass ich das Maximum an geschmacklicher Individualität aus ihm herausholen kann“, beschreibt Gruber seine Arbeit. Er lässt zum einen heimischen Käse zur Blüte reifen und schafft zum anderen aus Rohmilchkäse ganz eigene Kreationen: Der Kuhmilchkäse „Zotter Supracremissimo“ kommt beispielsweise mit einer leichten Schokoladennote daher. Bei einer Führung durch die Fromagerie mit anschließender Verkostung können sich die Besucher ein Bild davon machen, wie Käse abseits von industrieller Massenproduktion schmecken kann. Der Käsekünstler, wie Gruber sich selbst nennt, bringt es auf den Punkt: „Ich mache genau das, was in Österreich keiner tut. Ich bin Affineur und kein Rezeptekocher und Massenprodukthersteller.“

Gruber befindet sich mit seiner Fromagerie in bester Nachbarschaft. Bei Fink’s Delikatessen in Ilz kann man nicht nur im angrenzenden Gasthaus Haberl wunderbar essen, sondern im Shop auch glasweise Obst, Gemüse und andere Köstlichkeiten erstehen. Wer’s gerne traditioneller mag, ist im Gasthaus Fürstenbräu in Fürstenfeld bestens aufgehoben. Nicht weit entfernt, in Großwilfersdorf, kommen Weinliebhaber im Schloss Weingut Thaller auf ihre Kosten. In der hauseigenen Greißlerei werden neben Wein auch noch andere Produkte verkauft.

Die glücklichsten Schweine weit übers Thermenland hinaus

Labonca, die glücklichsten Schweine, selbst weit über das Thermenland hinaus.

Labonca, die glücklichsten Schweine, selbst weit über das Thermenland hinaus.

Die vielleicht beeindruckendste Station der ManufakTOUR führt nach Burgau zu Norbert Hackls biologischer Landwirtschaft namens Labonca. Hier, in der größten Bio-Schweine-Freilandhaltung Österreichs, leben 300 Tiere ganzjährig im Freien, sie suhlen sich im Schlamm und wühlen in der Erde. Die Ferkel bleiben bis zu zwei Monate bei der Muttersau und werden gesäugt, und sie dürfen in Ruhe wachsen. „Ein Schwein braucht bei uns zirka ein Jahr, um schlachtreif zu werden. Das sind rund 200 Tage mehr als bei Tieren in konventioneller Stallhaltung“, erklärt Hackl. Auch bei der Schlachtung geht man auf Labonca gänzlich andere Wege. Um die Tiere bis zum Schluss so artgerecht wie nur möglich zu behandeln, werden sie vor Ort im neuen Weideschlachthaus geschlachtet. Die letzten Tage verbringen die Tiere auf der Weide in stress- und angstfreier Umgebung.

Weil sie sich viel bewegen und viel länger am Leben sind als Schweine in herkömmlichen Zuchtbetrieben, brauchen sie größere Mengen Futter. „Unser Fleisch kostet daher mehr als die handelsübliche Supermarktware“, stellt Hackl fest. Den Unterschied schmeckt man aber, und nicht wenige werden vom Verkoster zum Überzeugungstäter, wenn es um die Produkte von Hackls Bio-Betrieb geht. Die Spezialitäten können auch online bestellt werden. Auf dem Labonca-Biohof dürfen übrigens nicht nur Schweine ein saugutes Leben führen, sondern auch 500 Bresse-Hühner, Puten und Kühe.

MixTOUR: Wer wagt, gewinnt im Thermenland

Die zweite Route, die MixTOUR führt Besucher mitten hinein in kulinarische Höhepunkte im Thermenland. Hier waren und sind kreative, mutige Menschen am Werk, die erfolgreich Neues ausprobiert haben. Zum Beispiel Alois Gölles, der sich mit seinen feinen Essigen und edlen Bränden weit über den Standort Riegersburg einen Namen gemacht hat. Die Obstgärten im Hügelland rund um die Burg werden seit drei Generationen von der Familie Gölles bewirtschaftet. Um herausragende Sorten für die eigenen Produkte zur Verfügung zu haben, werden alte und selten gewordene Obstsorten kultiviert. Für Interessierte (Einzelpersonen wie auch Gruppen) gibt es von Montag bis Samstag jeweils um 10 und um 14 Uhr Betriebsführungen. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann sich im Ab-Hof-Laden mit Köstlichkeiten eindecken.

Von Schokolade und anderen Versuchungen im Thermenland

An ihm kommt man fast nicht vorbei, wenn man fair produzierte Schokolade in schier unendlichen Geschmackskombinationen sucht: Josef Zotter. Was im Hinterzimmer in einer Grazer Konditorei mit ersten handgeschöpften Schokoladen begann, nahm mit der Eröffnung der Zotter Schokoladen Manufaktur im Jahr 1999 einen unaufhaltsamen Lauf. Mittlerweile zählt Zotter weltweit zu den erfolgreichsten Chocolatiers, und die Produktionsstätte im Thermenland, nämlich in Riegersburg, wird alljährlich von 260.000 Menschen besucht. Einblicke in die Herstellung und natürlich eine ausgiebige Verkostung stehen dabei im Vordergrund. Wer mag, nimmt seinen Liebsten ein paar Schokoladetafeln mit – als Weihnachtsgeschenk mit 100 Prozent gutem Gewissen, biologisch und fair gehandelt.

Straden im Thermenland - ein Schluck Sturm gefällig?

Straden im Thermenland – ein Schluck Sturm gefällig?

Als wäre das nicht schon genug, wartet in nur 15 Minuten Entfernung die nächste kulinarische Versuchung: Bettina und Franz Habel vertreiben in ihrer Vulcano Fleischmanufaktur in Auersbach nicht nur den mittlerweile legendären Vulcano-Schinken, sondern unter anderem auch hochwertige Salami und Speck. In Fehring holt Johann Koller aus Kürbiskernen maximal Kreatives heraus – zum Beispiel Kürbiskernpesto und Chutneys. Der Verkaufs- und Verkostraum hat bis 22. Dezember geöffnet. Im Weingut Winkler-Hermaden im Schloss Kapfenstein geht es nobel zu, ebenso beim Schlosswirt in Kornberg. Das Wirtshaus und Kunsthotel Malerwinkl bietet ebenfalls den perfekten Rahmen für ein entspanntes Dinner in der Vorweihnachtszeit.

Thermenland Route NaTOUR: Ab in den Süden

Die letzte der drei RezepTOUREN schickt Besucher auf Entdeckungsreise in den Süden des Thermenlandes. Hier ist die Leichtigkeit zuhause, die Freude am Leben und an den Menschen rundherum. Wer südliches Flair sucht, wird hier fündig. Und wem außergewöhnliches Essen ein Anliegen ist, der ist im Gebiet um Straden, St. Anna, Klöch und Bad Radkersburg bestens aufgehoben.
In der Greißlerei de Merin in Straden kann man in die Vielfalt der regionalen Produkte eintauchen – vom Apfelsaft über Senf bis zum Kernöl. Äußerst reichhaltig geht es auch in der gesamtsteirischen Vinothek in St. Anna am Aigen zu. Über 100 Sorten Wein warten hier auf vinophile Besucher. Ebenfalls dem Wein verschrieben hat sich die Familie Krispel.

Auch die Qualität der Trauben im Thermenland lädt zum Verkosten ein.

Auch die Qualität der Trauben im Thermenland lädt zum Verkosten ein.

Dabei gibt es nicht nur Wein, denn eine zweite Leidenschaft der Krispels gehört der Wollschwein-Zucht. Rückenspeck dieser seltenen Haustierrasse wird beispielsweise auch im Shop feilgeboten. Einem anderen Tier, nämlich dem Fisch, hat man sich in Unterpurkla verschrieben. Die Räucherfische der Familie Schlein haben schon etliche Prämierungen eingeheimst.

Wer die NaTOUR stilvoll zu Ende bringen will, kann sich im Restaurant Klöcherhof in Klöch noch einmal so richtig mit Köstlichkeiten verwöhnen lassen.

Text: Mag. Lisbeth Klein

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