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Klammheimliche Stars – Ausflugsziele in Österreich

Franz-Singer_Steinwandklamm

Zum Wandern geht man auf Berge, und Wasser erlebt man am besten in Seen oder Flüssen? Weit gefehlt. Suchen Sie Ihre perfekten Ausflugsziele? Österreichs Klammen bieten alles auf einmal, und das in atemberaubend schöner Kulisse. Saisonstart in vielen Klammen ist Anfang Mai.

Es ist eine Kulisse von urtümlicher Kraft. Hohe, enge Felswände, zwischen denen Wasser drängt, das sich in Jahrmillionen seinen Weg gebahnt hat durch das harte Gestein. Es tost und zischt, und das von der Sonne intensiv gefärbte Wasser strömt schäumend talwärts.

Zu erleben gibt es ein derartiges Naturschauspiel an vielen Orten in Österreich; zu den eindrucksvollsten Klammen zählen die Liechtensteinklamm in Salzburg, die Steinwandklamm in Niederösterreich, die Bärenschützklamm in der Steiermark oder die Tscheppaschlucht in Kärnten – um nur einige wenige zu nennen. Rudolf Speil, Autor des Buches „Klammen und Schluchten in Österreich“ beschreibt in seinem Werk knapp 300 Klammen und Schluchten in Österreich. Viele Klammen sind nur in den Sommermonaten – meist Mai bis Oktober – begehbar.

Ausflugsziele für Groß und Klein

In den Sommermonaten, wenn die Schulkinder ihre Ferien genießen dürfen, sind in den heimischen Klammen auch viele Familien unterwegs. Eine Klamm-Wanderung ist ein Erlebnis für Groß und Klein, sind doch die Wege, Treppen und Brücken gut zu Fuß begehbar. Mit Kinderwagen lassen sich viele Klammen allerdings nicht erkunden; es empfiehlt sich, die Allerkleinsten in einer geeigneten Tragevorrichtung mit auf den Ausflug zu nehmen.

Liechtensteinklamm: Zehn Millionen Besucher aus aller Welt

Lichtensteinklamm

Lichtensteinklamm

Die in der Nähe von St. Johann im Pongau gelegene Liechtensteinklamm ist geschichtsträchtig: Bereits im Jahr 1875 wurde sie mit Brücken und Stegen versehen und damit als Ausflugsziel etabliert. Möglich machte dies eine Spende des Fürsten Liechtenstein. Das gewaltige Spektakel der tosenden Wasserfälle und die eng und hoch stehenden Felswände hatten die Menschen schon lange davor fasziniert. Mittlerweile haben rund zehn Millionen Menschen aus aller Welt die Klamm besucht, die zu einer der tiefsten Wildwasserschluchten in den Alpen zählt. Die rund eineinhalbstündige Wanderung sollte so geplant werden, dass man den Ausgang der Schlucht um die Mittagszeit erreicht. Genau dann scheint die Sonne durch einen Felsspalt auf den Sprühregen des Schleierfalls und erzeugt dadurch eine Regenbogen-Optik. Klamm

Aber auch bei Regenwetter entfaltet ein Spaziergang durch die Klamm einen ganz besonderen Charme. Je stärker es regnet, desto mehr Wasser zwängt sich durch die enge Schlucht. In der Hauptsaison (Juli und August) kann es daher gerade bei Regenwetter und zu den Stoßzeiten zwischen 10 und 14 Uhr zu Wartezeiten kommen. sflugszele

Steinwandklamm: Die wilde Klamm in Niederösterreich

Steinwandklamm

Steinwandklamm

Die Steinwandklamm in der Nähe des niederösterreichischen Ortes Weißenbach an der Triesting bietet für alle Anforderungen das Richtige: Geübte und trittsichere Besucher durchwandern die Klamm über den Rudolf-Decker-Steig, der mit einer zehn Meter langen, fast senkrechten Leiter ausgestattet ist. Der Steig führt zum sogenannten Türkenloch – einer Höhle, durch die sich Besucher entlang eines Sicherheitsseiles Richtung Ausgang tasten müssen.

Der Boden in der Höhle kann nass und glitschig sein, festes Schuhwerk ist daher empfehlenswert. Kinder kann man für die Durchquerung der Höhle mit einer Taschenlampe ausrüsten. Oben angekommen, wird man mit einem fantastischen Ausblick auf den Steinwandgraben belohnt. Wem der Steig zu anspruchsvoll ist, kann rechter Hand auf eine einfachere Strecke ausweichen.

Bärenschützklamm: 50 Meter hoher Wasserfall und 164 Holzbrücken Ausflugsziele

Bärenschützklamm

Bärenschützklamm

In der Steiermark, in der Nähe der Gemeinde Mixnitz, liegt die Bärenschützklamm – eine der längsten wasserführenden Klammen Österreichs. Das Wasser des Mixnitzbaches hat sich tief in den Fels eingegraben; bis zu 300 Meter ragen die Felswände aus dem Tal in die Höhe. Besucher durchwandern die Klamm mithilfe von 164 Holzbrücken- und leitern und überwinden dabei 350 Höhenmeter. Eine Stunde lang geht man fast ausschließlich über Holzsprossen; Kondition und Konzentration sind gefragt.

Dafür wird man mit Eindrucksvollem entlohnt: Im mittleren Teil der Klamm lässt sich der Große Wasserfall dabei bestaunen, wie er 50 Meter in die Tiefe stürzt. Freunde von Fauna und Flora kommen auch auf ihre Rechnung. Der Wanderweg durch die Bärenschützklamm ist als naturkundlicher Lehrpfad gestaltet und gibt Auskunft über die Tier- und Pflanzenwelt. Unter anderem wachsen hier der gelbblühende Gift-Eisenhut oder die Steirische Küchenschelle.

Tscheppaschlucht: Hängebrücke für Schwindelfreie

Tscheppaschlucht

Tscheppaschlucht

Die Tscheppaschlucht bei Ferlach in Kärnten ist entstanden, weil der Loiblbach während Millionen von Jahren das Gestein der Karawanken ausgehöhlt hat. Auf der 1,2 Kilometer langen Route wandern Besucher über Brücken, Stiegen und Stege. Der Höhepunkt der Tour ist der Tschaukofall, der bei einem Felsentor am Ende der Klamm aus 25 Metern Höhe in die Tiefe donnert. Hier befindet sich auch die Teufelsbrücke – eine Hängebrücke, die Schwindelfreien ein ganz besonderes Erlebnis bietet.

Auch in dieser Klamm sind seltene Pflanzen beheimatet, unter anderem der Frauenschuh, die Krainer Lilie und die Wulfen-Primel.


Canyoning: Klammbesuch für Abenteuerlustige– Ausflugsziele

Canyoning für Abenteuerlustige.

Canyoning für Abenteuerlustige.

Wem eine Wanderung durch eine Klamm zu wenig ist, der kann diese einzigartige Natur auch via Canyoning erkunden. „Die Voraussetzung dafür ist Trittsicherheit – und schwindelfrei sollte man auch sein, denn es gibt überall Abseilpassagen“, sagt Jochen Becker. Der staatlich geprüfte Canyoning- und Raftingguide kennt viele Klammen so gut wie seine Westentasche. Entsprechend professionell führt er Interessierte über Felsen und sogar durchs Wasser: „Schwimmen ist bei manchen Touren auch Teil des Programms.“ Becker ist unter anderem am Salza-Stausee im Salzkammergut unterwegs, wo „es eine sehr schöne, angenehme Tour mit vielen Sprüngen gibt“. Eine sehr anspruchsvolle und technische Route für Versierte führt durch den Bruckgraben im Gesäuse. „Für Anfänger ist diese Tour aufgrund der Anforderungen nicht geeignet“, meint Becker. Schwere Touren wie diese können bis zu sechs Stunden dauern, manche leichtere sind hingegen schon in rund zwei Stunden bewältigbar. Buchbar sind Canyoning-Touren durch Klammen bei verschiedenen Anbietern (siehe Internetlinks). Kostenpunkt pro Person: 60 bis 90 Euro, wobei sämtliches Material (Seile, Neoprenanzüge) von den Canyoning-Agenturen zur Verfügung gestellt wird. Das Angebot zielt übrigens nicht nur auf Erwachsene ab; Jugendliche sind ungefähr ab einem Alter von 13 Jahren ebenso willkommen, und „Schülergruppen führen wir auch gerne durch die Klammen“, betont Becker.


Mag. Lisbeth Klein für LIFECHANGE.AT

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