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Ibmer Moor – auf den Spuren von Orchideen und Moorziegen

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Das Ibmer Moor an der oberösterreichisch-salzburgischen Grenze bildet die größte zusammenhängende Moorfläche Österreichs. Seine urtümliche, mystische Landschaft ist ein idealer Ruhepol und Kraftspender für Naturliebhaber und ein lohnendes Urlaubsziel für Familien.

Viele Urlauber suchen Ruhe und Ursprünglichkeit – und finden sich oft inmitten Hunderter anderer Touristen wieder. Nicht so im Ibmer Moor. Die geheimnisvolle Landschaft im oberösterreichischen Innviertel ist noch so etwas wie ein Geheimtipp – und allemal ursprünglich. „Ehrlich und erdig“ nennt Maria Wimmer die Gegend, für die sie sich und andere begeistert. Wimmer ist Naturführerin und hat schon unzählige Interessierte – Erwachsene ebenso wie Kinder, Schulklassen und Gruppenreisende – durch die jahrtausendealte Moorlandschaft begleitet. Und dabei festgestellt: „Der Trend geht eindeutig wieder zur Natur zurück.“

Intakte Naturflächen werden jedoch immer seltener; umso größer ist die Bedeutung einer Landschaft wie dem Ibmer Moor, das zu einem der vielfältigsten und artenreichsten Moore Mitteleuropas zählt. Rund 12.000 Jahre ist das Gebiet alt, und es umfasst eine Fläche von 2.000 Hektar, auf der sich drei Moortypen (Nieder-, Hoch- und Übergangsmoor) finden. 100 Hektar davon wurden unter Naturschutz gestellt.

Ein Paradies für Vogelliebhaber Ibmer Moor

Ibmer Moor - Entspannung für die Sinne.

Ibmer Moor – Entspannung für die Sinne.

In der geschützten Moorlandschaft sind zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten wie Sonnentau, seltene Riedgräser, Orchideen, Brachvogel und Bekassine, auch bekannt als Himmels- oder Moorziege, heimisch. Die Männchen – seltener auch die Weibchen ‒ der zur Familie der Schnepfenvögel gehörenden Bekassine stürzen sich während der Balzzeit in einem steilen Winkel vom Himmel. Dabei erzeugt die an den Federn vorbeiströmende Luft einen Laut, der an das Meckern von Ziegen erinnert. Dieses eindrucksvolle Schauspiel kann besonders während der Morgen- und Abenddämmerung beobachtet werden.

„Das Ibmer Moor zählt zu einem der vielfältigsten und artenreichsten Moore Mitteleuropas.“

Jede Jahreszeit im Ibmer Moor ist reizvoll, aber besonders im Juni stehen viele Blumen in voller Blüte, wie Naturführerin Wimmer schwärmt: „Die Niedermoorwiesen sind ein einziges Blütenmeer, das ist unvorstellbar schön.“ Eine Führung durch das Moor empfiehlt sich, kennt man doch selbst lange nicht alle Pflanzen und Tiere, die es in dem geschützten Lebensraum zu entdecken gibt.  Die leichte Wanderung durchs flache Gelände ist auch für Ungeübte leicht zu absolvieren. Zwei Stunden sollte man sich für einen geführten Moorbesuch Zeit nehmen, sonst „ist alles so gedrängt“, wie Wimmer sagt. Und schließlich kommen viele Besucher genau wegen des Gegenteils hierher – nämlich um Stress loszuwerden.  „Das gelingt hier offenbar sehr gut“, berichtet Wimmer von zahlreichen positiven Rückmeldungen ihrer Gäste. „Viele empfinden das Moor als total mystische Landschaft, in der sie zur Ruhe kommen und entspannen können.“

Wanderung durchs Ibmer Moor

Wer das Moor auf eigene Faust erkunden will, kann beispielsweise auf dem vier Kilometer langen „Moorlehrpfad – Großer Rundweg“ durch das Gebiet spazieren.

Ausgangspunkt ist bei der Dorfkapelle in Ibm. Der Weg führt an der Kapelle vorbei zum „Moarhaus“ und von dort weiter über Streuwiesen zum Mooskreuz.  Auf einer leicht ansteigenden Strecke gelangt man zum Aussichtspunkt Seeleiten; von hier reicht der Blick über den Leithensee bis hin zu den Salzburger und bayerischen Kalkalpen. Dem Wanderweg folgend, gelangt man alsbald ins Moor, das man auf einer Länge von rund 1,5 Kilometern auf einem Pfostenweg sicher und trocken begehen kann. Schautafeln informieren über die Entstehung des Moores sowie über die Tier- und Pflanzenwelt. Wer will, nimmt ein kräftigendes Moor-Fußbad oder legt in der Mooshütte eine Rast ein. Hier findet man auch weitere Informationen über das Moor sowie altes Torfstecherwerkzeug.

Das Ibmer Moor lässt sich jedoch nicht nur in festem Schuhwerk erkunden. Ein Spaziergang auf dem Barfußweg (siehe unten) bietet die wohltuende Gelegenheit, auf nackten Sohlen die Natur zu erspüren.

Raus aus den Schuhen! Ibmer Moor

Das Ibmer Moor ist der ideale Ort, um die Welt auf bloßen Füßen zu erkunden.

Das Ibmer Moor ist der ideale Ort, um die Welt auf bloßen Füßen zu erkunden.

Der Wanderweg rund um den Ibmer See verspricht nicht nur Freiheit für die Seele, sondern auch für die Füße. Kaum ein anderes Körperteil ist tagaus, tagein derart eingezwängt – von engen Lederschuhen bis hin zu Stöckelschuhen. Milde Temperaturen machen im Sommer ganz besonders Lust darauf, auf Schuhwerk zu verzichten. Der Barfußweg rund um den Ibmer See bietet dafür eine ideale Gelegenheit.

Der beste Ausgangspunkt für eine Barfußwanderung rund um den Ibmer See ist der Parkplatz beim Strandbad Ibm. Von hier geht man auf der asphaltierten Straße Richtung Dorfibm, und nach rund 1,5 Kilometern zweigt man auf den Naturwanderweg ab. Jetzt heißt es: Raus aus den Schuhen! Man durchquert duftende Wiesen mit unterschiedlichem Moorcharakter. Der Weg führt weiter durch einen ursprünglichen Buchenwald, wo der Waldboden mit seinen Wurzeln und Buchenlaub barfuß ergangen werden. Danach werden die Fußsohlen auf einem kurzen Kiesweg intensiv massiert und in der anschließenden Kneippanlage erfrischt. Für noch mehr Abkühlung sorgt das charmante Strandbad Ibm, das im Sommer ab 9 Uhr geöffnet ist.

„Der Wanderweg rund um den Ibmer See verspricht nicht nur Freiheit für die Seele, sondern auch für die Füße.“

Ein zweiter, höchst lohnender Barfußweg befindet sich ein gutes Stück entfernt vom Ibmer See. In Sankt Ulrich im Mühlviertel lädt eine 2,3 Kilometer lange Strecke zum Gehen auf nackten Sohlen ein. Es gilt, 22 Stationen mit so unterschiedlichen Materialien wie Torf, Sand, Kies, Schlamm und Rindenmulch zu erspüren. „Man braucht verschiedene Unterlagen, damit es auf die Fußreflexzonen wirkt“, betont Anna Hörschläger, Gesundheitsbegleiterin und Initiatorin des Barfußweges. „Man kann auf unserem Barfußweg auch ein kurzes Stück durch einen Fluss waten. Das ist ein ganz besonders uriges Erlebnis.“ Überhaupt ist der Sankt Ulricher Barfußweg, im Gegensatz zu manch anderen Pendants, nicht in einem Park angelegt, sondern „man ist hier ganz in der Natur“, schwärmt Hörschläger und fügt hinzu: „Die Gegend selbst ist wunderschön, man fühlt sich hier sofort zuhause.“ Für Kinder gibt’s an einem der möglichen Ausgangspunkte, dem Wirtshaus Lang in Sankt Ulrich, einen Streichelzoo und einen großen Spielplatz.

Mit dem Fahrrad durchs Innviertel

Auch der Spaß auf zwei Rädern kommt rund ums Ibmer Moor nicht zu kurz.

Auch der Spaß auf zwei Rädern kommt rund ums Ibmer Moor nicht zu kurz.

Die Region um das Ibmer Moor ist nicht nur ein wandertaugliches Reiseziel, sondern bietet mit zahlreichen Strecken auch Spaß auf zwei Rädern. Bewegungsfreudige werden an dem bestens ausgeschilderten Ibmer-Moor-Radweg Gefallen finden. Rund 34 Kilometer lang, ist die Tour aufgrund des geringen Höhenprofils nur mäßig anspruchsvoll und daher auch für Kinder geeignet. Start ist beim Tauernradweg in Riedersbach. Danach geht es über Trimmelkam vorbei am Höllerersee Richtung Ibm. Hier fährt man durch die einzigartige Ibmer Moorlandschaft. Durch den Weilhartsforst führt die Strecke weiter nach Hochburg und über Mitterndorf bis zum Ziel nach Ach. Dort kann die längste Burganlage Europas in Burghausen besichtigt werden. Besonders Ambitionierte können eine komplette Runde auf dem Tauernradweg zurück nach Riedersbach absolvieren.

Wer ohne eigenes Fahrrad unterwegs ist, kann unter anderem beim Seewirt in Holzöster am See Fahrräder ausleihen. Der Seewirt ist übrigens auch ein lohnendes Ziel für einen (Kurz)Urlaub und eine ideale Ausgangsbasis für Wanderungen und Radtouren. Mit einem eigenen Zugang zum warmen Holzöstersee steht auch ausgedehntem Badevergnügen nichts im Wege.

Abtauchen in den wärmsten Badeseen Österreichs

Der Holzöstersee gehört mit bis zu 29 Grad sommerlicher Wassertemperatur zu einem der wärmsten Badeseen Österreichs. Ebenfalls Teil der Oberinnviertler Seenplatte, bieten der Höllerersee und der Ibmer See – auch bekannt als Heratinger See – Badespaß in garantiert warmem Wasser. Vom Strandbad Ibm gelangt man über vier Stege ins Wasser. Ein Kinderspielplatz auf dem Areal garantiert Unterhaltung für die ganze Familie. Neben dem Strandbad gibt es einen Campingplatz – ideal für alle jene, die auch in der Nacht nicht auf die Nähe zur einzigartigen Natur des Ibmer Moores verzichten wollen.

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