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HUMAN NATURE – Unsere komplizierte Beziehung mit der Natur in einem Fotoband

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Im Fotoband Human Nature erleben wir die komplizierte Beziehung zwischen uns Menschen und der Welt um uns herum – einerseits destruktiv, andererseits aber doch abhängig voneinander.

Wir neigen dazu, die Welt so zu betrachten, als ob eine Linie durch die Mitte gezogen wäre, die die Menschheit von der Natur trennt. Für den Fotografen Lucas Foglia ist diese Linie sehr schwach, falls überhaupt vorhanden. Und er verwendet den „Treffpunkt“ dieser zwei Kräfte als Basis für seine neue Kollektion Human Nature.

Konflikt Mensch – Natur in Human Nature

Human Nature: Ein Wissenschaftler im Inneren eines schmelzenden Gletschers, Juneau Icefield Research Program, Alaska

Human Nature: Ein Wissenschaftler im Inneren eines schmelzenden Gletschers, Juneau Icefield Research Program, Alaska

„Mit meiner Fotografie erzähle ich die Geschichte über den Konflikt zwischen der Moderne und der Natur, wie wir die Erde manipulieren um ihre Resourcen auszubeuten und andererseits versuchen, diese wieder herzustellen,“ so Foglia.

Im Fotoband Human Nature sehen wir eine McDonald’s-Filiale mit einem begrünten Dach genauso wie ein üppiges Voliere in Singapur, eingeschlossen in Glas. Wir sehen ein Sägewerk im Becken der immergrünen Berge in Oregon und einen kontrollierten Brand, der sich durch die Wälder Kaliforniens frisst. Die Fotografien bewegen sich durch Städte, Wälder, Farmen, Wüsten und Ozeane und dokumentieren die subtilen und nicht so subtilen Spuren menschlicher Abhängigkeit und Interferenz.

Human Nature zeichnet die verschiedenen Arten auf, mit denen wir mit Landschaften interagieren, die wir für „natürlich“ halten. Ebenso unsere Versuche, die natürliche Welt in die Umgebung einzufügen, die wir für uns selbst gebaut haben. In all diesen Bildern gibt es eine offensichtliche Spannung zwischen der bloßen Weite und Kraft der Wildnis und unseren kleinen Versuchen, sie zu kontrollieren.

Inmitten eines riesigen Nadelwaldes in Oregon zum Beispiel erscheint ein einsamer Holzfäller wie ein winziger Fleck. Wer dieses Bild betrachtet, könnte sich fragen, wie Menschen überhaupt in der Lage sein konnten, der Natur zu schaden. Aber Foglias Fotografien halten uns vor Augen, wie all unsere individuellen Handlungen und Jahre der Missachtung und Zerstörung zu dem Zustand der Umweltzerstörung geführt haben, dem wir uns gerade gegenüber sehen.

Angewiesen auf die natürliche Welt

Human Nature: Parkroyal am Pickering Hotel, Singapur

Human Nature: Parkroyal am Pickering Hotel, Singapur

Und gleichzeitig gelingt es Foglia festzuhalten, dass wir trotz all unserer menschlichen Fortschritte immer noch auf die natürliche Welt angewiesen sind, um unsere Gesundheit und unseren Lebensunterhalt zu sichern.

Auf seinen Reisen stieß der Fotograf auf die sichtbaren Auswirkungen des Klimawandels: schmelzende Gletscher, ausgetrocknete Landstriche, überschwemmte Flussgebiete. Die Wissenschaftler sind mit den Warnzeichen des Klimawandels vertraut. Doch sind es auch jene, die sich nicht mit wissenschaftlichen Fakten beschäftigen?

So begann Lucas Foglia die Forscher zu fotografieren, deren Aufgabe es ist, die Luft, das Wasser und das Land zu messen. Sie sammeln Daten, die klimatischen Veränderungen dokumentieren. Er schoss Fotos von einem Wissenschaftler, der Messungen an einem Gletscher in Juneau (Alaska) durchführt, von einem anderen, der die Geysire in Kalifornien untersuchte. Auf einem weit offenen Feld in Colorado fotografierte er zwei Forscher, die einen Wetterballon zur Messung der Bedingungen in der Atmosphäre vorbereiteten.

Aber Foglia fing mit der Kamera auch eine Frau ein, die an ein EEG-Messgerät angeschlossen, auf einem Berggipfel in Utah saß und ihre Wahrnehmung in der Wildnis maß. „In einer Zeit, in der viele Personen 90% ihres Lebens im Haus verbringen, habe ich Neurowissenschaftler fotografiert, die beweisen, wie nutzbringend die Zeit in der Natur draußen ist. Menschen sollen dadurch ermutigt werden, ihre vier Wände zu verlassen und hinaus zu gehen,“ so Foglia.

Wir zerstören das, was wir zum Leben benötigen

Die Spannung in Foglia’s Bildern ist unbestreitbar. Der Mensch unterschätzt die Natur in ihrer reinsten Form und beutet ihre Ressourcen aus, um seine eigenen Ziele zu erreichen. Human Nature fängt die Menschheit und ihre Umwelt zu einem Zeitpunkt ein, in der menschliche Aktivitäten begonnen haben sich in den eigenen Schwanz zu beißen, indem sie genau das Land zerstören, das wir zum Leben brauchen.

Foglias Arbeit ist nicht präskriptiv: Er benutzt seine Bilder nicht, um eine Agenda zu pushen oder umfassende Ansprüche zu stellen. Aber seine Fotografien sind sichtbare Beweise dafür, dass unser zerstörerisches Verhalten in der Natur ein bedrohliches Ausmaß angenommen hat.


HumanNature_Nazraeli-PressDer Fotoband Human Nature ist hier erhältlich.

ISBN: 978-1-59005-464-2
Hardcover, 92 Seiten


www.fastcompany.com

 

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