HAUSTECHNIK
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Haustechnik – Technische Meilensteine für unser Leben

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Wenn der Kühlschrank die Einkaufsliste schreibt und der Computer das Licht einschaltet

Haustechnik und ein gutes Frühstück

Sie haben eine schlimme Nacht hinter sich. Durchgearbeitet oder durchgefeiert. Egal – wie auch immer. Jedenfalls sind Sie nicht gut drauf und müde. Doch halt! Eines wird Sie bestimmt aufmuntern. Sie greifen zu einem der vielen Toaster, die nur darauf warten die richtige Stimmung zu verbreiten. Und so ziehen Sie den „Smiley-Toaster“ aus der Lade. Der kann nämlich ein fröhliches Smiley Zeichen in Ihr Toastbrot rösten. Und praktisch: Je nach Stimmung gibt’s auch zum Beispiel Toaster, die Herzchen, Ihre Lieblingsautomarke oder einen Totenkopf auf den Morgentoast zaubern. Aber um das Ganze noch menschlicher zu machen, kann der Toaster darüber hinaus auch noch eine voreingespielte Botschaft verbreiten. Klingt komisch? Ist es aber nicht. Vorbei die Zeit, als ein Toaster nur die Aufgabe hatte, eine lasche, quadratische Weizenscheibe in einen krossen Frühstücksgenuss zu verwandeln. Denn längst hat die Hausgeräte- und Haustechnik Industrie damit begonnen, ganz alltäglichen Haushaltshilfen die möglichsten und unmöglichsten Zusatzfunktionen zu verpassen und unser Leben durch mehr technischen Einsatz zu erleichtern. Sehr oft zum Wohle des Anwenders, manchmal aber auch zu dessen Fluch.

Haustechnik im Wandel

Wer ist der Boss bei Ihrer Haustechnik?

Wer ist der Boss bei Ihrer Haustechnik?

Wohl kaum jemand unserer Generation kennt ein Leben ohne die technischen Helferlein, die uns das Leben im Haushalt wesentlich verbessert haben und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Dabei sind so manche Dinge unserer Haustechnik noch gar nicht so alt. Die Waschmaschine beispielsweise. Zwar gab es die ersten Modelle einer „Waschmaschine“ bereits 1691, aber die große Erleichterung zu leistbaren Preisen gab es bei uns erst in den 1960er Jahren. Oder nehmen wir den Geschirrspüler. Wer keinen hat, dem graut bereits beim Kochen vor dem nachfolgenden Abwasch. Auch der Geschirrspüler hat den Siegeszug erst in den 60ern in Österreichs Haushalten angetreten. Und wie exotisch muss wohl die Präsentation der ersten Staubsauger gewesen sein. Ähnlich den seit wenigen Jahren am Markt befindlichen Mährobotern, die in immer mehr Gärten leise und ein wenig unheimlich, eigenständig ihre Runden ziehen und surrend das Gras kürzen. Und dazu auch noch automatisch die Ladestation ansteuern, wenn ihnen der Saft auszugehen droht.

Doch gerade diese Haustechnik Innovationen und technischen Entwicklungen sind es, die für eine gesellschaftliche Weiterentwicklung und für Wohlstand stehen. Sie erleichtern das tägliche Leben und schaffen Platz und Freiheit für andere Aktivitäten. Durch den technischen Fortschritt wird die Produktivität gesteigert – d.h. es kann mit weniger Einsatz an Arbeit das gleiche oder sogar mehr erreicht werden. Der technische Fortschritt hat aber auch kulturelle und soziale Auswirkungen und führt zum Strukturwandel der Gesellschaft. Während die Anforderungen an die Qualifikation stetig wachsen, geht die Nachfrage nach einfachen Tätigkeiten zurück. Viele Arbeiten werden überflüssig, weil beispielsweise Computer oder Maschinen sie verrichten können. So wie im Haushaltsbereich der Kühlschrank und die Gefriertruhe unser gesamtes Versorgungsverhalten verändert und beeinflusst haben, so haben beispielsweise auch E-Mail, Handy und Co. wesentlichen Einfluss darauf, wie wir heute miteinander kommunizieren.

Mit dem Smartphone haben Sie Ihre Haustechnik oft bestens im Griff.

Mit dem Smartphone haben Sie Ihre Haustechnik oft bestens im Griff.

Meilensteine unserer Haustechnik

Sie verändern unser tägliches Leben und sie verändern nachhaltig die Gesellschaft: Technische Meilensteine. Heute nicht mehr wegzudenken – in den Anfängen oft belächelt – haben viele von ihnen auch den Siegeszug in die eigenen vier Wände angetreten: Glühlampe, Kühlschrank, Telefon, Waschmaschine, Radio, Fernseher, Computer, Handy, Internet, Smartphones, … Doch als selbstverständlicher Teil des Alltags werden Innovationen oft kaum wahrgenommen. Erst wenn die Satellitenschüssel ausfällt, wird man ganz nervös, weil ein Durchzappen nicht mehr möglich ist. Oder bei einem Campingurlaub in Südspanien lernt man den Kühlschrank erst richtig zu schätzen.

Und die nächsten Innovationen für den Haushalt stehen schon in den Startlöchern. Zum Beispiel der intelligente Kühlschrank. Dieser kühlt nicht nur unsere Lebensmittel (was ja seine ureigenste Aufgabe ist), sondern kann auf Wunsch auch melden, wenn Lebensmittel ausgehen oder das Ablaufdatum erreicht wird. Auch könnte er automatisch gewisse Artikel online nachbestellen. Aber nachdem der Kühlschrank auch weiß, was drinnen ist, kann er künftig auch Rezeptvorschläge mit Kochanleitung ausspucken. Wohl unaufhaltsam werden sich auch die unterschiedlichen Haushaltsgeräte miteinander über W-LAN vernetzen und zentral über ein Tablett steuerbar sein. Die Zeit der Knöpfe und Schalter wird dann auch in der Küche der Vergangenheit angehören. Und die Zeit der Wahl des richtigen Waschprogramms bei Waschmaschinen scheint auch abzulaufen.

Künftig wird die Maschine Wäschemenge, Textilart und den Grad der Verschmutzung erkennen und das richtige Programm selbständig auswählen. Und schon längst Realität bei der Haustechnik: Haussteuerungsanlagen. Über Smartphone, PC oder Tablett lassen sich Rollo, Licht, Alarmanlage, Heizung, Fernseher etc. zentral programmieren und steuern. Dies schafft Convenience und sorgt auch für einen effizienten Einsatz unserer wertvollen Energie, da Licht, Beschattung und Heizung jederzeit von überall je nach Bedarf und Witterungsbedingungen gesteuert werden können.

Schattenseiten der Haustechnik

Haustechnik - Segen oder manchmal vielleicht auch Fluch?

Haustechnik – Segen oder manchmal vielleicht auch Fluch?

Technische Hilfsmittel machen den Menschen aber auch von diesen abhängig. In Zeiten der Tastaturen auf Computern, Tablets und Handys hat in der Zukunft die klassische Handschrift wohl keinen Platz mehr. Und in Zeiten von Navigationssystemen droht der Orientierungssinn zu verkümmern und wir werden selbst für den Weg zur Mülltonne das Navi brauchen. Die Herausforderung: Der Mensch muss die Technologie oder Haustechnik beherrschen und nicht die Technologie den Menschen.

Ein selbst erlebtes Beispiel gefällig? Bitte: Grilleinladung auf der Terrasse eines lieben Bekannten. Er technikverliebt, aber ein guter Gastgeber und begnadeter Grillmeister. Über der Terrasse schwingt im voll ausgefahrenen Zustand eine elektrisch gesteuerte Segel-Markise. Wir nehmen gemütlich darunter Platz, um uns der bevorstehenden Kulinarik hinzugeben. Da beginnt es leicht zu tröpfeln. Und was geschieht? Die Markise setzt sich in Bewegung und beginnt sich einzurollen. Darauf fordert uns der Gastgeber auf, uns doch ins Esszimmer hinein zu begeben. Auf meine Nachfrage, ob die Markise nicht auch als Regenschutz gedacht ist, kam folgende Antwort: „Ja schon, aber die Markise hat einen Regensensor und ist so programmiert, dass sie sich eigenständig bei Regen einrollt. Dies tut sie, damit bei einem heftigen Gewitter und Sturm das Segeltuch nicht beschädigt wird. Und leider weiß ich nicht, wie ich das ganze entweder umprogrammieren oder händisch übersteuern kann“. Und so kam es, dass wir den an sich lauen Abend drinnen verbrachten …. der Haustechnik sei Dank!

Oder unlängst: Ich sitze mit einem Freund im Kaffeehaus. Seine Haustechnik (Heizung, Licht, Eingangstüre) zentral gesteuert. Es kommt ein Anruf. Seine Familie (Frau, zwei Kinder, drei Hunde) will ins Haus, kommt aber nicht rein. Und es regnet. Das Problem: Ein etwas längerer Stromausfall bei ihm im Ort und damit verweigerte die Türe währenddessen den Zutritt.

Beherrschbare und begreifbare Haustechnik

Technologien, die sich durchsetzen sollen, müssen eine Verbesserung oder eine Erleichterung schaffen (oder einfach nur Spaß machen….). Aber Sie müssen auch bedienbar sein und uns nicht zum Technologiesklaven degradieren. Ich habe ja den Eindruck, jedes neue Gerät ist, wenn es neu auf den Markt kommt, zu Beginn mit einem einzigen, simplen Ein-/Aus-Knopf ausgestattet. Und mit jeder Weiterentwicklung kommen neue Features und damit zusätzliche Bedien- und Steuerungselemente hinzu. Das geht so lange, bis Funktionen geboten werden, die keiner mehr braucht und keiner mehr versteht. Und dann kommt der Technologiesprung, wo das Gerät wieder nur mit einem Ein-/Aus-Knopf auskommt. Wie bei der schon viel erwähnten Waschmaschine. Zuerst: Ein-/Aus-Schalter. Dann in ablaufenden Entwicklungsstufen Auswahlmöglichkeiten für unterschiedliche Temperaturen, Wäschesorten, Waschdauer, Wassermenge, Waschmittel etc., die über zusätzliche Knöpfe, Dreher, Displays, Laden zu bedienen sind. Dann noch integrierte Prozessoren für Upgrates, Fernwartung und Displayanzeige für Störmeldungen und verbleibende Waschdauer.

Und was kommt jetzt: Reduktion auf Ein-/Aus-Schalter. Aber: Die Maschine wählt aufgrund der Beladung automatisch das richtige Waschprogramm und lässt mich nicht mit all den Auswahlmöglichkeiten und Schaltknöpfen vor der Maschine verzweifeln und scheitern. Und erkennt auch noch, wenn ich versehentlich das grellrote T-Shirt der Tochter zur Weißwäsche gegeben habe.

Das Ende der Bedienungsanleitung

Wenn Sie sich heute ein Smartphone kaufen, werden Sie verzweifelt eine umfassende Bedienungsanleitung suchen. Und maximal einen kleinen Zettel finden. Jede Bedienungsanleitung für einen Haarfön ist ein Lexikon dagegen. Dabei könnten die Anwendungsmöglichkeiten beider Geräte unterschiedlicher nicht sein. Wie ist das möglich? Ganz einfach. Wenn Sie es geschafft haben, das Smartphone einzuschalten, wird es Sie Schritt für Schritt zur vollständigen Aktivierung und durch die Bedienung durchführen. Unnötig also, dies zu Papier zu bringen. Und für alle möglichen Fragen und Probleme die auftreten können, ist einfach das Internet zu konsultieren. Blogs und Foren helfen da gezielt und treffsicher.

So schwer es für eine Generation auch sein mag, revolutionäre, technische Innovationen zu akzeptieren und für sich anzunehmen, so wichtig sind sie für die gesellschaftliche, soziale und wirtschaftliche Entwicklung. Die neue Generation wächst damit auf und für diese Generation stellt es eine Selbstverständlichkeit und ein Teil des alltäglichen Lebens dar. Und auch diese Generation wird früher oder später mit Neuerungen konfrontiert werden, die ungewohnt oder kompliziert scheinen.

Verwehren wir uns Trends und Innovationen nicht, bleiben wir offen und neugierig, nutzen wir die Vorteile und setzen uns damit auseinander. Und wenn mal Schrott dabei ist, was solls – verstauen wir´s im Keller oder löschen es einfach.

Mag. Thomas Schlatte für LIFECHANGE.AT

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