GESUNDHEIT, MINDSET
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Entschleunigung – weniger ist mehr!

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Es ist schon ein wenig eigenartig, dass wir Menschen mit vielen Dingen im Leben sehr behutsam umgehen und speziell technische Geräte – sei es jetzt das Auto oder auch die Heizung – pflegen und in regelmäßigen Abständen ein Service machen lassen. Aber den eigenen Körper und somit unsere Gesundheit leider oftmals sträflich vernachlässigen!

Sorgen wir zB bei der Heizung mit modernen Regelungen und mit Hilfe von Heizkörperthermostaten dafür, dass wir zu vorgegebenen Zeiten die Raumtemperatur im Sinne der Energie und somit auch Kosteneinsparung absenken, geben wir im Arbeitsprozess – oft über einen sehr langen Zeitraum hinweg – ständig „Vollgas“ und powern unseren eigenen Körper bis hin zur völligen Erschöpfung so richtig aus.

In vielen Fällen erfolgt dieser unbändige Arbeitseifer aber nicht unbedingt auf freiwilliger Basis. Der heutige Druck von vielen nationalen und internationalen Konzernen und das Bestreben der Führungsetage nach Gewinnmaximierung – der leider sehr oft mit einem sehr hohen Preis gegenüber der Belegschaft aber auch gegenüber der Natur „bezahlt“ wird – lassen viele ArbeitnehmerInnen um die Sorge über den eigenen Arbeitsplatz bei weitem nicht kalt.

Der heutige Druck von vielen Konzernen und das Bestreben nach Gewinnmaximierung lässt oft kaum eine Möglichkeit für Entschleunigung.

Der heutige Druck von vielen Konzernen und das Bestreben nach Gewinnmaximierung lässt oft kaum eine Möglichkeit für Entschleunigung.

Man „rackert“ daher im wahrsten Sinne des Wortes bis zum Umfallen und nimmt sich unter Umständen – trotz Unwohlsein – auch keine Zeit für einen Krankenstand. Denn wer weiß, welch neuer Kollege oder neue Kollegin nach der Genesung dann am ehemals eigenen Schreibtisch sitzt und man sich selbst um ein neues Betätigungsfeld umsehen muss.

Gleiten statt hetzen

Oft kennen auch viele Führungskräfte und Firmeninhaber das eigene Büro und die lieben MitarbeiterInnen besser als die eigenen vier Wände zu Hause. Und bei der Frage des kleinen Nachwuchses, wie denn der „Onkel“ heißt, der zu fortgeschrittener Stunde noch zu Besuch kommt, sollten eigentlich alle Alarmglocken schrill läuten. Aber spätestens nach dem ersten Herzinfarkt oder einem Burnout-Syndrom erkennt man oft, dass es Gesundheit und Familienglück mit Geld alleine nicht zu kaufen gibt. Obgleich es dann für diese Einsicht meistens schon zu spät ist.

Dabei könnte man sich viel Positives von der Heizungstechnik „abspicken“. Da ticken die Uhren ganz anders. Nämlich frei nach dem Motto „gleiten statt hetzen“. Denn auch eine Heizzentrale würde unwillkürlich schlapp machen, müsste sie immer mit voller Leistung für Wärme sorgen. Daher wurde seitens der Heizungsindustrie zu Recht ein „Gesundheitscheck“ von Altanlagen durchgeführt.

Devise: Gesund „abspecken“

Entschleunigung heißt auch, auf die eigenen und die Bedürfnisse der Familie zu schauen.

Entschleunigung heißt auch, auf die eigenen und die Bedürfnisse der Familie zu schauen.

Rasch kam man zur Erkenntnis, dass eine ständig konstant hohe Kesseltemperatur und die unnötige „Fettleibigkeit“ (gemeint ist damit die Überdimensionierung der Heizzentrale) sich keineswegs positiv auf die Energieeffizienz auswirken. Ist ja auch völlig unnötig, wenn das Heizungswasser konstant auf 70°C eingestellt ist, obwohl das Außenthermometer nur 5°C anzeigt. Warum auch mit einem 40 kW großen Heizkessel für Wärme sorgen, obwohl man mit diesem „Kleinkraftwerk“ nicht mehr als 130 m² Wohnnutzfläche beheizt? Man fährt ja schließlich auch nicht mit dem LKW zum Bäcker, um sich dort fünf resche Semmeln zu holen, oder?

Darum sorgte die Heizungsindustrie schon vor rund 25 Jahren dafür, dass man mit der Entwicklung der Niedertemperaturtechnik und moderner Regelungstechnik das Kesselwasser in Abhängigkeit der Außentemperatur, also zwischen rund 30° und 70°C aufheizen konnte. In Kombination mit der richtigen Anlagendimensionierung – wobei die Kesselnennwärmeleistung der Heizzentrale optimal an die Heizlast des Gebäudes angepasst wurde – konnte der Jahresnutzungsgrad wesentlich verbessert werden. Die „Notoperation“ war gelungen, denn der Brennstoffverbrauch konnte um bis zu rund einem Drittel gesenkt werden. Und mit den heutigen Brennwertgeräten erzielt man sogar eine nahezu verlustfreie Raumwärmeversorgung, da auch noch die latente Wärme – die im heißen Rauchgas steckt – sinnvoll genutzt wird.

Läuft wie geschmiert

So wie wir das Auto rund alle 15.000 bis maximal 30.000 Kilometer zum Service stellen, oder die Heizzentrale einmal pro Jahr vom Fachmann checken lassen, sollten wir auch unseren Körper und Geist pflegen, sowie durch ein entsprechendes Verhalten auf unsere Gesundheit achten. Sich einmal entspannt zurücklehnen und in aller Ruhe ein spannendes Buch lesen schadet sicherlich nicht. Bequem im Sommer auf der Terrasse oder im Garten in einem Liegestuhl Ruhe finden, die Schönheiten der Natur genießen und dafür sorgen, dass die inneren „Batterien“, die sich während der harten Arbeitswoche entleert haben, wieder aufgeladen werden.

Denn auch die Heizzentrale schaltet nach Beendigung der Heizperiode automatisch ab, freut sich auf den wohlverdienten „Urlaub“, um spätestens bei Beginn der nächsten Heizperiode wieder mit voller Kraft und hoher Betriebssicherheit für wohlige Wärme zu sorgen.

Gerald Zanjat für LIFECHANGE.AT

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