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Ein Baum kann Leben retten

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Ein Baum kann mehr als nur schön aussehen. Speziell in Städten können Bäume die Hitze im Sommer reduzieren und die Luftverschmutzung massiv eindämmen. Sie sind eine wahrhaft günstige Investition in unsere Gesundheit. 

Ein Baum als Mittel gegen Hitze und Verschmutzung in Städten einzusetzen, wird von Stadtplanern nur allzu oft übersehen. Meist ist es so, dass die Verantwortlichen im Gesundheitsbereich gar nicht auf die Idee kommen, sich mit denjenigen zusammenzusetzen, die für die Forstwirtschaft innerhalb von Städten zuständig sind. Und das, obwohl es genügend Beweise dafür gibt, dass Bäume genauso kosteneffektiv sind, wie beispielsweise die Bemühungen, Dieselbusse von der Straße zu bekommen.

Ein Baum für bessere Luftqualität

Eine neuere Studie weist Bäumen nun den ihnen zustehenden Platz zu. In dieser werden Städte aufgefordert, Bäume als Grundlage für gesundheitliche Vorteile anzusehen und nicht lediglich als schönes Detail am Rande. Eine Investition von rund 95 Mio € würde 77 Mio Menschen kühlere Städte bescheren. Und bei 68 Mio Menschen würde man eine Reduktion der Umweltverschmutzung regelrecht messen können, so die Analysen des TNC (The Nature Conservancy), gesponsert von der C40 Cities Climate Leadership Group (C40 ist ein Netzwerk der globalen Megastädte, welches sich mit den Klimaveränderungen beschäftigt).

“Bäume sind kosteneffektiv und sollten immer als Maßnahme für Städte herangezogen werden, wenn es um das Thema Hitze und Luftqualität geht,” so Rob McDonald, einer der führenden Wissenschaftler von TNC. Bleibt zu hoffen, dass Städte damit beginnen, dem Baum einen höheren Stellenwert als bisher beizumessen und auch mehr Mittel für die Bepflanzung zur Verfügung stellen.

Feinstaubbelastung ist jedes Jahr für den Tod von rund 3 Mio Menschen verantwortlich. Und aufgrund von Hitzewellen sterben jährlich ungefähr 12.000 Personen. Bäume können die Feinstaubkonzentration um 7 – 24 % reduzieren und die sommerlichen Höchsttemperaturen senken, so die Studie von TNC.

Bäume für Megastädte rund um den Globus – Baum

Ein Baum ist schön anzusehen, spendet Schatten, absorbiert kleine Luftpartikel und sorgt für Gesundheit und Wohlbefinden.

Ein Baum ist schön anzusehen, spendet Schatten, absorbiert kleine Luftpartikel und sorgt für Gesundheit und Wohlbefinden.

Der Report untersuchte 245 Städte rund um den Globus in Bezug auf die Möglichkeiten, Bäume entlang der Straßen zu pflanzen. Außerdem wurde in jedem Fall auch Augenmerk auf den ROI (Return on Investment) gelegt. Die größte Rentabilität konnte in Südasien und Afrika verzeichnet werden. Dort sind die Verschmutzungswerte relativ hoch, andererseits sind Bäume und Arbeitskraft sehr günstig. Karachi in Pakistan würde am meisten von der Reduktion der Feinstaubbelastung profitieren. Dhaka, die Hauptstadt von Bangladesch, wiederum vom Rückgang der hohen Temperaturen.

In Nordamerika zählen zu den potentiellen Gewinnern Philadelphia und New York (in Bezug auf die Temperatur) und Los Angeles und Washington D.C. (in Bezug auf die Feinstaubbelastung).

Rob McDonald führt Toronto als herausragendes Beispiel für eine Stadt an, die Bäume wirklich ernst nimmt. Aufgrund des Klimawandels wird für Toronto ein extremer Anstieg an Sommertemperaturen vorausgesehen. Die Stadtverwaltung hat daher dafür gesorgt, dass speziell in Gebieten mit hohen Gebäuden eine große Anzahl an Bäumen gepflanzt wird.

Die Studie selbst bietet auch Richtlinien für die jeweiligen Städte, die u. a. auch zeigen, welche Bäume gepflanzt werden sollten. Jede Stadt erhält auch einen eigenen Plan, der aufzeigt, wo eine Bepflanzung am meisten Sinn macht.

Ein Baum ist eine Investition in unsere Gesundheit

Sollten die untersuchten 245 Städte das Maximale aus der Studie herausnehmen und die größtmögliche, sinnvolle Anzahl an Bäumen pflanzen, schätzt man eine Reduktion der vorzeitigen Todesfälle zwischen 2,7 und 8,7 %. Das wären jährlich bis zu 36.000 Leben, die gerettet werden könnten.

Zahlen wie diese zeigen an, dass wir aufhören müssen, einen Baum lediglich für seine Schönheit zu bewundern. Wir müssen damit beginnen, ihn auch als Investition in unsere Gesundheit anzusehen.

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