GESUNDHEIT, UMWELT
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Das T-Shirt der Zukunft – gemacht aus Methan zersetzenden Bakterien

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Das Startup-Unternehmen Mango Materials verwendet das Treibhausgas Methan als Basis für ein neues Material. Damit soll eine neue Generation an Kleidung produziert werden, die gleichzeitig unsere Atmosphäre sauber halten kann.

Das Abfallprodukt Methan – ein Treibhausgas, 30 Mal stärker als CO2 – wird im Allgemeinen als Problem angesehen. Das Startup-Unternehmen Mango Materials sieht darin jedoch den Rohstoff für Ihr nächstes T-Shirt oder auch Ihren Teppich zu Hause – wenn diese Produkte danach in einem geschlossenen Kreislauf recycled werden.

„Statt alte fossile Kohlenstoffe für die Herstellung von diversen Materialen zu verwenden, sollten wir etwas verwenden, das ohnehin bereits vorhanden ist“, so Molly Morse, CEO von Mango Materials.

Biologisches Polyester aus Methan

Der Lebenszyklus des neuen Methan-Materials von Mango Materials.

Der Lebenszyklus des neuen Methan-Materials von Mango Materials.

Ein Pilotprojekt gibt es hierzu an einer Wasseraufbereitungsanlange in Redwood City, Kalifornien. Dort verwendet die Firma das Abfallprodukt Methan um Bakterien zu züchten, die vollständig biologisch abbaubare Biopolyesterfasern herstellen können. Wenn die Bakterien Methan aufnehmen, produzieren sie PHA (Polyhydroxyalkanoate – natürlich vorkommende wasserunlösliche und lineare Polyester), die wiederum zu Fäden versponnen werden können. Dieses neue Material wurde von Mango Materials auch bereits auf der SynBioBeta Konferenz in San Francisco vorgestellt.

Kleidung aus diesem neuen Material – einer biologischen Version von Polyester – könnte kompostiert werden, sobald sie ausgetragen ist. Sollte das Textil auf einer Mülldeponie landen, wird es auf biologische Weise abgebaut. Und wenn das Methan auf der Mülldeponie wieder „eingefangen“ wird, kann es verwendet werden um neue Kleidung herzustellen. So die Vision.

Kleidung aus Methan reduziert Plastik im Meer

Das Material selbst kann auch den Plastikmüll in den Meeren reduzieren. Denn reguläre Polyester-Kleidung sondert – wenn in der Waschmaschine gewaschen – winzige Mikrofasern ab. Diese landen mit dem Abwasser letztendlich in den Meeren, da sie zu klein sind um ausgefiltert zu werden. Die neuen biologischen Polyesterfasern werden im Gegensatz dazu in einer Kläranlage zersetzt. Und auch wenn ein T-Shirt ins Meer fallen sollte, wären Meeresorganismen dazu in der Lage es zu verdauen.

„Wenn wir es schaffen, den Wert des Abfallprodukts Methan zu erhöhen, hätte das auch nachhaltige Auswirkungen auf den Kohlenstoff, der in die Atmosphäre dringt, da dieser gesammelt und zu verschiedenen Produkten verarbeitet werden kann.“

Das Unternehmen hat derzeit nur eine Pilotanlage, doch ist man bereits im Gespräch mit anderen Methangasproduzenten wie beispielsweise Milchhöfen, wo aufgrund der Gülle ebenfalls Methan entsteht und nachhaltig verwertet werden könnte.

Eine Handvoll Bekleidungs- und Textilunternehmen ist schon dabei, das neue Produkt zu testen. Mango Materials setzt alles daran, bald auf volle Produktion umstellen zu können. Letzten Endes könnten die Labels, die Kleidung aus dem neuen Material herstellen, die Ware auch zurücknehmen und etwas Neues daraus herstellen, sobald die Konsumenten diese ausgetragen haben.

Quelle: fastcompany.com

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