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Das Geheimnis von Glück im Job

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Glückforscher glauben, dass wir alle in der Lage sind, in unseren Jobs glücklicher zu werden. Es braucht nur ein bisschen bewusster Übung.

Es kann viele Gründe geben, warum Ihr Job Sie unglücklich macht. Vielleicht ist die Arbeit langweilig, der Vorgesetzte schrecklich oder Ihre Firma hat eine schlechte Arbeitskultur. Wenn Sie kein Unwohlsein am Arbeitsplatz erleben, bravo! Dann haben Sie nämlich den Jackpot geknackt.

Aber um mehr Zufriedenheit und Glück bei der Arbeit zu verspüren, müssen Sie nicht unbedingt einen neuen Job finden oder Ihrem Chef entkommen. Laut Dr. Emiliana Simon-Thomas, einer Glückforscherin an der UC Berkeley, die den Kurs „The Science of Happiness“ unterrichtet, haben wir es selbst in der Hand. D. h. wir können uns alle in die Lage versetzen, im Job glücklicher zu werden – wir müssen nur daran arbeiten.

„Manche Menschen haben eine größere Fähigkeit zum Glücklichsein als andere“, erklärte Simon-Thomas kürzlich. Das hat hauptsächlich mit Genetik oder Lebenserfahrung zu tun. Aber sie behauptet auch, dass es Dinge gibt, die wir tun müssen und können, um unser Glückspotential zu maximieren.

Nachstehend vier Gewohnheiten, die jeder üben kann, um sich bei der Arbeit glücklicher zu fühlen, was auch immer passieren mag:

Glück bedeutet, sich die guten Zeiten bewusst vor Augen zu führen

Simon-Thomas stellt die Frage: „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie auf die Frage, ob Sie einen guten Arbeitstag hatten, mit ‚Ja‘ antworten?“ Zwei Personen können dieselben Herausforderungen bewältigen, und einer wird den Arbeitsplatz beschwingt verlassen. der andere aber besorgt oder deprimiert.

„Unsere Tage bei der Arbeit werden, wie im Leben auch, selten gleichmäßig angenehm sein“, fährt sie fort. „Aber es gibt solche Zeiten. Wenn Sie sie finden, dann schätzen Sie diese!“ Das ist oft leichter gesagt als getan. In vielen Fällen ist man im Job unter Druck. Doch diejenigen, die über ihre Schwächen lachen können, sich für ihre eigenen Ideen einsetzen und darüber nachdenken, was gut gelaufen ist, stellen sich den Herausforderungen. Dank der positiven Einstellung, die sie sich erarbeitet haben, realisieren sie kreative Lösungen für etwaige Rückschläge und nehmen sich Zeit, das Gute zu schätzen.

Glück bedeutet, einen Sinn in der Tätigkeit zu finden oder zu schaffen

Die Leute, die in ihren Jobs am glücklichsten sind, so Simon-Thomas, werden von einem höheren Sinn getrieben. Es gibt viele Daten, die dies bestätigen, auch außerhalb von Simon-Thomas‘ Bereich der Glücksforschung. Wir wissen zum Beispiel, dass ein Sinn im Leben für die eigene Motivation von grundlegender Bedeutung ist. Menschen, die ihre täglichen Aktivitäten als sinnvoll einstufen, sind glücklicher. „Manager müssen ihren Angestellten zeigen, warum ihre Beiträge wichtig sind und wie ihre Aktivitäten die Ziele der Abteilung, des Unternehmens und der gesamten Welt voranbringen“, so Simon-Thomas. Das ist natürlich nicht immer der Fall.

Wenn Sie sich also wie ein „kleines Rädchen im Steuerrad“ fühlen, wäre es gut, Schritte zu unternehmen, um „Ihre Arbeit neu zu gestalten“. Bitten Sie Ihren Vorgesetzten, Ihnen dabei zu helfen, die Punkte zwischen Ihrer persönlichen Leistung und den Dingen zu verbinden, die das Unternehmen in die Welt hinausbringt. Andernfalls überlegen Sie, in Ihrer bestehenden Rolle intrapreneurialer zu werden. Erstellen Sie etwas Neues ‒ ein Programm, eine Dienstleistung, ein Ereignis oder ein Projekt ‒, das einen Einfluss hat, den Sie tatsächlich erleben können. „Oder wenn Sie keine Übereinstimmung zwischen Ihren Werten und Ihrer aktuellen Position finden“, sagt Simon-Thomas, „suchen Sie es in einer anderen Rolle.“

Glück bedeutet, Ihre Resilienz oder Widerstandsfähigkeit zu verbessern

Das dritte Attribut glücklicher Mitarbeiter ist Resilienz. Das ist die Fähigkeit, erfolgreich mit belastenden Situationen umzugehen, sich von Widrigkeiten zu erholen, die anderen als überwältigend erscheinen könnten und weiterzumachen.

Nehmen wir an, Sie haben trotz aller Bemühungen ein wichtiges Projekt verloren und Ihr Chef hat seinen Unmut darüber zum Ausdruck gebracht. Sie könnten nun in die Defensive gehen, sich beschämt zurückziehen und entscheiden, sich in Zukunft von großen Projekten fernzuhalten ‒ und von Ihrem Boss. Oder Sie könnten so reagieren, wie Simon-Thomas es empfehlen würde: „Atmen Sie ein paar Mal tief durch, erinnern Sie sich daran, dass diese Episode vorübergehend ist und reflektieren Sie die äußeren Umstände, die dazu beigetragen haben.“

Diese eigentlich recht einfache Übung kann Ihnen helfen, bei ähnlichen Rückschlägen – und Rückschläge sind unvermeidlich ‒ beständiger zu werden. „In diesem Sinne“, sagt Simon-Thomas, „machen Sie sich selbst und anderen klar, dass Sie es beim nächsten Mal besser machen werden.“ Wenn Sie diesen positiven Ausblick weitertragen, werden Sie vermeiden, sich auf vergangene Misserfolge einzulassen ‒ und sich auf Möglichkeiten freuen über sich hinauszuwachsen.

Glück bedeutet Freundlichkeit zu üben

Die vierte Gewohnheit, die es zu praktizieren gibt, ist soziale Verbundenheit, d. h. die Fähigkeit, Beziehungen mit anderen aufzubauen. Glückliche Mitarbeiter fühlen sich als Teil eines Teams, dem sie vertrauen und das sie im Gegenzug unterstützt. Wie entwickeln wir dieses Gefühl der Verbundenheit? Laut Simon-Thomas ist es, indem wir unsere angeborene Freundlichkeit anzapfen, uns aufrichtig für andere interessieren und mehr Empathie, Mitgefühl, Großzügigkeit und Dankbarkeit zeigen. Freundlichkeit hilft uns auch, zwischenmenschliche Konflikte zu lösen. Kann man sich entschuldigen, so gewinnt man an Respekt. Und Vergeben befreit uns von Stress, stärkt Nähe und schafft ein Gefühl der Zugehörigkeit.

Das sind eigentlich alles grundlegende zwischenmenschliche Fähigkeiten, die wir im Kindergarten lernen, aber als Erwachsene nicht immer praktizieren, oft auch weil unsere Arbeit diese nicht immer fördert. Simon-Thomas argumentiert: „Am Arbeitsplatz ist die Kultur der Hierarchie und des Stoizismus unglaublich tief verwurzelt. Und all diese Dinge machen es für die Menschen viel schwieriger, einander zu vertrauen und einander respektvoll und unterstützend zu begegnen.“

Sie denkt aber, dass das Praktizieren von Freundlichkeit eine der einfachsten und effektivsten Möglichkeiten ist, diese Normen zu brechen ‒ egal wie steif oder altbacken Ihre Arbeitskultur auch sein mag ‒ und dabei glücklicher zu werden. Ihre Bemühungen werden wahrscheinlich ansteckend sein und die Menschen um Sie herum auch glücklicher machen.

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