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Csaterberg: Urlaub im Grenzland für Genießer und Entdecker

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Es gibt sie noch, die Orte abseits der großen Touristenströme, aufregend und leise zugleich. Das Weinbaugebiet Csaterberg im südöstlichen Burgenland ist so ein Reiseziel, das kulinarische Besonderheiten mit unberührter Natur verbindet.

Wer unberührte Natur sucht, wer das Kleinräumige mag und die Nähe zu den Einheimischen, der ist in dieser sanften, hügeligen, eher wenig bekannten Weinbauregion im Südburgenland gut aufgehoben.

Der Csaterberg bildet den Südwestausläufer des bekannteren Eisenberges und besteht eigentlich aus zwei Erhebungen: dem Klein und dem Hoch Csater. Beide sind durch einen tiefen Taleinschnitt voneinander getrennt.

Regionale Spezialität: Fruchtige, leichte Weißweine

Der Boden am Csaterberg ist sandig und schottrig – eine ideale Ausgangslage für fruchtige, leichte Weißweine.

Der Boden am Csaterberg ist sandig und schottrig – eine ideale Ausgangslage für fruchtige, leichte Weißweine.

An den Südhängen der beiden Hügel werden überwiegend Weißweine kultiviert: Welschriesling, Weißburgunder, Müller Thurgau und Chardonnay. Viele Sonnenstunden und die besondere Bodenbeschaffenheit machen die Weine zu dem, was sie sind: „Die Gesteinsschicht in der Region Csaterberg besteht aus Süßwasseropalen. Zudem ist der Boden hier sandig und schottrig – eine ideale Ausgangslage für fruchtige, leichte Weißweine“, schwärmt Polzer. Das Weinbaugebiet selbst ist kleinräumig strukturiert, nur 38 Hektar Fläche werden von 380 Weinbauern bewirtschaftet.

Übernachten im Kellerstöckl Csaterberg

Die Kleinheit des Csaterberges macht einen Teil seines Charmes aus – ebenso wie die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der einheimischen Bevölkerung. „Es kann Ihnen gut passieren, dass Sie am Csaterberg herumspazieren, einem Winzer bei seinem Kellerstöckl begegnen und von ihm auf ein, zwei Kostproben eingeladen werden. Man unterhält sich, und dann geht jeder wieder seiner Wege.“ An Gelegenheiten für eine derartige Begegnung sollte es bei 280 Kellerstöckln in der Region nicht mangeln. Etliche der kleinen Häuschen, die früher als Schlaf- und Lagerraum genutzt wurden, sind mittlerweile zu komfortablen Ferienappartements umgebaut worden.

Über mangelndes Interesse können die Ferienhaus-Vermieter trotz des geringen Bekanntheitsgrades der Region allerdings nicht klagen. Im Gegenteil: „Von Mai bis Oktober sind die Kellerstöckl sehr gut gebucht“, sagt Polzer. Der Laden läuft, und zwar alleine über Mundpropaganda.

Fast alle, die schon mal hier waren und sich auf einem Spaziergang zwischen Weinreben, Hügeln und Sonne ein Stück Ursprünglichkeit erwandert haben, sagen es gerne weiter. Das gilt auch für internationale Gäste. Familien aus Schottland, Holland und Belgien haben sich schon von diesem entlegenen Winkel im Südburgenland begeistern lassen.

Die Seele baumeln lassen .... am Csaterberg.

Die Seele baumeln lassen …. am Csaterberg.

Viele Urlaubsregionen werben damit, dass man „die Seele baumeln lassen“, sich vom „stressigen Alltag“ erholen oder „abschalten“ kann. Für kaum eine Reisedestination trifft das so zu wie für den Csaterberg: An manchen Stellen kann man das Handy getrost abschalten – es gibt sowieso keinen Empfang. Reich ist, wer unerreichbar ist.

Ausflugsziele am Csaterberg

Man kann sich gar nicht wehren gegen die Entspannung, die einen beschleicht, während man vor dem Kellerstöckl oder beim Buschenschank sitzt und in die Weinberge schaut. Wer ein bisschen mehr Action will, dem wird am Csaterberg auch nicht langweilig. Etliche Wanderrouten laden zum Kennenlernen der Umgebung ein (detaillierte Wanderkarten sind im Internet unter www.csaterberg.com zu finden). Ein reizvoller Weg führt vom Klein Csater nach Harmisch, wo Jürgen Csencsits mit seinem Zwei-Hauben-Gasthaus ein kulinarisches Klein-Mekka geschaffen hat (siehe Kulinarik-Tipp).

Archäologisch und geologisch Interessierte sollten im Steinmuseum in Kohfidisch vorbeischauen. Zirka 600 opalisierte, versteinerte Hölzer hat der vor 15 Jahren in der Gemeinde tätige Pfarrer Stefan Raimann zusammengetragen. Die rund fünf Millionen Jahre alten Fundstücke weisen unter anderem Muschel- und Schilfhalmeinschlüsse und Knochenfragmente eines elefantenähnlichen Rüsseltiers auf.

Und weil sich hier am Csaterberg vieles um den Wein dreht, ist im selben Gebäude eine Vinothek untergebracht. Hier präsentieren die Winzer des lokalen Weinbauvereins ihre Köstlichkeiten; viele Weiß-, aber auch etliche Rotweine gibt es hier zu äußerst fairen Preisen.

Ebenfalls in Kohfidisch lockt ein kleines Schloss; in der hauseigenen Buschenschank können feine Tropfen des Weinguts „IM SCHLOSS“ verkostet werden . Die großzügigen Räumlichkeiten werden für Taufen, Hochzeiten etc. vermietet – eine ideale Gelegenheit, um dieses charmante Fleckchen im Südburgenland auch seinen Freunden und seiner Familie zu zeigen.


Kulinarik-Tipp:

Csencsits_KochKleiner Ort mit großer Küche Nur wenige Fahrminuten vom Csaterberg entfernt liegt der kleine Ort Harmisch. Es wäre ein Dorf wie viele andere, wenn nicht Jürgen Csencsits vor ein paar Jahren das Gasthaus seiner Eltern übernommen hätte. Seitdem kocht Csencsits im Südburgenland so, wie er es unter anderem im Norden als Küchenchef in Walter Eselböcks Taubenkobel praktiziert hat: Raffiniert, bodenständig und mit einem Händchen für das Besondere.

Csencsits schreibt auf seiner Homepage: „Der burgenländischen Küche ist nichts fremd: Einfache bäuerliche Gerichte ebenso wie mediterrane Elemente vom kroatischen Bevölkerungsanteil und natürlich der pikante Einfluss aus dem nachbarlichen Ungarn. All dem werden Sie im Gasthaus Csencsits begegnen.“ Eine Begegnung auf hohem Niveau ist garantiert – schließlich hat sich Csencsits bereits zwei Hauben erkocht. www.csencsits.at


Mag. Lisbeth Klein für LIFECHANGE.AT

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