KRYPTOWÄHRUNG, MINDSET, TECHNOLOGIE
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Crowdjury – Gerechtigkeit für alle mittels crowdsourced Jury?

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Web-Programmierer zeigen große (und möglicherweise sogar grandiose) Ambitionen, um Rechtsstreitigkeiten im Internet auf eine faire und unparteiische Art und Weise beizulegen.

Kann das Internet zeitgemäße, unparteiische Gerechtigkeit bieten und noch dazu zu einem vernünftigen Preis …. etwas, worin traditionelle Systeme oft versagen? Ein Entwickler aus Buenes Aires denkt, dass das möglich ist.

Federico Ast arbeitet derzeit an “Crowdjury”, einem neuen System basierend auf Blockchain, der Technologie, die hinter Bitcoin (siehe Kryptowährung Bitcoin) steht. Vergessen Sie Anwälte, Richter und endlose Stapel Papier! Rechtliche Streitigkeiten werden hier vereinfacht auf einige Algorithmen sowie einer Hand voll Juroren, die per Zufall ausgewählt werden. Diese Beteiligten werden dann mittels Kryptowährung für ihren Zeitaufwand entlohnt.

“In Argentinien ist die Korruption im Rechtssystem Gang und Gäbe”, so Ast. “Diese alte Technologie passt nicht in unsere Zeit! Es ist so als würde man Techniken der Zeitungsära dazu heranziehen, Konflikte der Internet-Zeit zu lösen.”

Und so funktioniert Crowdjury

Ist Gerechtigkeit mittels Crowdjury wirklich Zukunftsmusik?

Ist Gerechtigkeit mittels Crowdjury wirklich Zukunftsmusik?

Ast zeigt anhand eines Beispiels, wie sein System (das sich noch in den anfänglichen Entwicklungsstadien befindet) arbeiten würde. Nehmen wir mal an, Sie möchten eine Website erstellen und beauftragen hierfür einen Software-Entwickler aus einem anderen Land. Dieser stellt die Website mit ihren Codierungen her. Sie sind mit dem Ergebnis unzufrieden und meinen, dass es nicht den Vereinbarungen entspricht. Der Entwickler widerspricht ihnen und ist der Meinung, einen guten Job gemacht zu haben. Nun hängen Sie in der Luft: eine unfertige Website auf der einen, keine Zahlung auf der anderen Seite.

Um den Fall mithilfe von Crowdjury zu lösen, stellen beide Seiten alle relevanten Daten mit einem Datum versehen (Vertrag, Mails, Website usw.) in einen fixen Ordner auf der Blockchain, sodass im Nachhinein keinerlei Änderungen mehr durchgeführt werden können. Ein Algorithmus sucht danach automatisch (beispielsweise via Linkedin) nach Personen mit gewisser Expertise. Im konkreten Fall sollten Sie sich mit Javascript auskennen. Diese 10-Personen-Jury kommt nun Online zusammen, untersucht die Daten für eine gewisse Zeit und gibt ihre Stimme ab. Die Seite mit den meisten Stimmen gewinnt und erhält automatisch eine Information, sobald die Jury zu einem Ergebnis gekommen ist.

“Crowdjury könnte auch auf Plattformen wie eBay oder Airbnb herangezogen werden. Es wäre eine Art Versicherung für User. Sollte es zu einem Disput kommen, würde ihn dieses System lösen,“ ist Ast überzeugt.

Gerechtigkeit mittels Crowdjury nur ein Traum?

Sicherlich gibt es noch eine Menge Fragen in diesem Zusammenhang zu beantworten, wie beispielsweise:

  • Ist die zufällige Auswahl mittels Algorithmus sinnvoll? Wer stellt die Kriterien für die Auswahl der Personen auf?
  • Ist es wahr, dass Personen, die sich – wie in unserem Beispiel – mit Javascript auskennen, bessere Entscheidungen treffen als Laien? Es könnte doch auch sein, dass sich Softwareentwickler immer auf die Seite ihrer Kollegen stellen.

Das Internet mag zwar in der Lage sein, eine Menge Probleme zu lösen, doch wird es sehr schwierig sein, das internationale Rechtssysteme neu zu erfinden, selbst für die besten Entwickler.

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