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Blockchain – Allheilmittel oder digitaler Hype?

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Die Blockchain-Technologie – quasi ein geteiltes und sicheres Kassabuch – könnte massive Umbrüche nach sich ziehen, auch wenn die tatsächliche Ausprägung wie zu den Anfangszeiten des Internet noch nicht absehbar ist.

Für viele Branchen ist es aber schon höchst an der Zeit, sich mit der „Quelle der Wahrheit“ auseinanderzusetzen, so Experten bei einer Podiumsdiskussion der Plattform „Digital Business Trends“ (DBT) am 19. Oktober.

Blockchain, der verteilte, dezentralisierte Ledger, gewährleistet die Integrität und Authentizität aller übertragenen Daten. Damit bildet die Technologie eine Vertrauensbasis zwischen Dritten, die digitale Transaktionen durchführen – und eröffnet so eine Welt neuer Möglichkeiten.

Blockchain-Technologie immer sinnvoll?

„Aber nicht alles verlangt nach der Blockchain“, erklärte Mikhail Arshinskiy von Deloitte Österreich im Hinblick auf den Einsatz in Unternehmen. Der Hype gehe so weit, dass viele die Technologie auch dort anwenden wollten, wo es gar nicht sinnvoll sei, mahnte er als „Stimme der Vernunft“. Oft würde eine herkömmliche Datenbanklösung völlig ausreichen. Unternehmen sollten Blockchain jedenfalls sowohl als Technologie als auch Wirtschaftsmodell berücksichtigen – wenn auch mit der gebotenen Vorsicht.

Vorteile der Blockchain-Technologie

Die Vorteile der Blockchain-Technologie sind unter anderem, dass man einen Werttransfer über das Internet ganz einfach automatisiert durchführen kann, ohne dass hierzu ein Mittelsmann (wie beispielsweise eine Bank) nötig ist, der dafür sorgt, dass ein vertrauensvoller Austausch passiert.

Geschlossene Blockchains hätten zudem den Vorteil, dass dafür keine Krypto-Währung notwendig sei. Beim offenen Bitcoin-System gebe es ja einen kaufmännischen Anreiz: Die Miner würden Bitcoins als Belohnung für ihre Anstrengungen erhalten, die Anwendung fälschungssicher zu machen. Bei einer geschlossenen Community gebe es weniger Prüfaufwand, weil mehr Vertrauen herrsche, und damit sei auch eine schnellere Transaktionsrate möglich.

Durch den intelligenten Einsatz der Blockchain würden sich die sehr komplexen Abläufe im Energiehandel jedenfalls deutlich vereinfachen und beschleunigen lassen. „Das zeigen auch Praxistests. So haben wir mit Partnern den ersten realen internationalen Gashandel über Blockchain-Technologie weltweit durchgeführt“, so Josef Zöchling von Wien Energie. Damit könnten die Transaktionskosten im Vergleich zu den derzeit eher bürokratischen Abläufen deutlich gesenkt werden.

„In drei bis fünf Jahren wird jedenfalls keiner mehr fragen, ob Blockchain ein Hype oder ein Allheilmittel ist. Vielmehr wird sie Schritt für Schritt im Alltag eingesetzt werden“, resümierte Thomas Zeinzinger, Gründer des BlockchainHub Graz.

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